Zum traditionellen Unternehmerstammtisch hatte Burgs Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) diesmal in die Pfarrscheune nach Reesen eingeladen. Gut 50 Gäste waren der Einladung gefolgt - außer den Unternehmern kamen Vertreter von Verbänden, Institutionen, Banken und der Politik.

Reesen l Rehbaum gab zunächst einen Überblick über aktuelle und geplante Projekte in der Kreisstadt: So freue er sich, dass die Straßenbaumaßnahmen Bundesstraße 1 und Magdeburger Straße bisher planmäßig verlaufen und die Nicolaistraße und die Straße in Niegripp an der Schleuse in Kürze fertiggestellt werden können. Notwendige Bauleitplanungen im Industrie- und Gewerbepark würden noch im September dem Stadtrat vorgelegt, ebenso eine erforderliche Änderung des Flächennutzungsplanes eingeleitet. Rehbaum informierte auch, dass bezüglich des Wochenendhausgebietes am Niegripper See (Burger Seite) mit einer Entscheidung der Fraktionen zum weiteren Weg des Verfahrens im September 2014 zu rechnen sei. Weiterhin gab er zur Kenntnis, dass seitens des Motorsportclubs Burg Ambitionen bestehen, im Bereich der Krähenberge eine Moto-Cross-Strecke zu etablieren. Erste Gespräche zur planungstechnischen Vorberatung laufen, der Aufstellungsbeschluss für ein B-Plan-Verfahren soll dem Stadtrat zur Beschlussfassung gleichfalls im September vorgelegt werden. Der Industrie- und Gewerbepark Burg wird im Rahmen des Modellprojektes "Wirtschaftsraum Magdeburg" zukünftig der Stadt Burg als mehrstufiges, hochauflösendes und visualisiertes 3-D-Modell als Marketing- und Planungsinstrument zur Verfügung stehen. "Aber auch im Bereich der Nachwuchsgewinnung für die Unternehmen gehen wir inzwischen direktere Wege", ließ Rehbaum seine Gäste wissen. "Step to works als Modellprojekt für Berufs- und Studienorientierung für die 10. und 11. Klassen ist ein Projekt, das ab dem kommenden Schuljahr gemeinsam mit dem Burger Roland-Gymnasium, der Burger Wirtschaft, dem Institut für Strukturpolitik und der Burger Wirtschaftsförderung umgesetzt werden soll, um den Wissenstransfer zwischen Schule und Wirtschaft zu optimieren." Die Unternehmen sammeln bereits Projektideen und eine Burger Firma arbeitet bereits mit zwei Schülern an der Umsetzung von Projektarbeiten, erfuhren die Stammtischteilnehmer. Aber auch der erst wieder kürzlich in der Carl-von-Clausewitz-Schule durchgeführte Berufsinformationstag trage dazu bei, den Schülern den Alltag in den von ihnen gewünschten Berufsgruppen näherzubringen und sie so für eine Ausbildung in den regionalen Betrieben zu interessieren.

Burchhardt will "zentrale Anlaufstelle"

Auf dem Programm des Abends stand dann die Vorstellung des neuen Landrates Steffen Burchhardt (SPD), der die Schwerpunkte seiner künftigen Wirtschaftspolitik näher bringen konnte. Und so stellte Steffen Burchhardt auch den hohen Stellenwert von Industrie- und Gewerbebetrieben heraus. Der Landrat sieht es als eine der wichtigsten Aufgaben, dass im Landkreis eine zentrale Anlaufstelle für alle Belange der Gewerbetreibenden und auch des Tourismus geschaffen wird. "Ziel muss es sein, den Informationsfluss zu verbessern, kurze Wege zu entwickeln, Entscheidungsträger schnell an einen Tisch zu bekommen und Bearbeitungszeiten bei Investvorhaben auf ein Minimum zu reduzieren. Und das geht am besten, wenn ein direkter Ansprechpartner die Dinge koordiniert", formulierte Burchhardt. Für ihn stehe es ebenso auf der Agenda, dass die Bestandspflege landkreisweit noch mehr in den Fokus rückt: "Zunächst ist es mir wichtig, dass wir uns intensiv um die Strukturen und Unternehmen, die da sind, kümmern, denn wir sind auf jeden Betrieb angewiesen. Und dann können wir auch weitere dazugewinnen", ist sich der neue Landrat sicher.

Ziel des Burger Unternehmertreffens sei es vor allem, so Andrea Gottschalk von der städtischen Wirtschaftsförderung, eine Plattform für den Erfahrungsaustausch und Gespräche in ungezwungener Atmosphäre zu schaffen. Ein gemeinsamer Grillabend bot den Gästen in Reesen diesen Raum und rundete das Treffen ab.