Ihleburg l Die erste reguläre Ortschaftsratssitzung nach der Neuwahl ging in Ihleburg ruhig ab, sieht man von einem kurzen, heftigen Disput zwischen den Abgeordneten ab, was für die Jahre der angefangenen Wahlperiode als Programm aufgelegt werden sollte. Ortschaftsrat Ralf Huchel unterbreitete den Vorschlag, bis zur nächsten Sitzung anzugehende Punkte zusammenzutragen oder zu überlegen. Auslöser war die Aufforderung von Joachim Barfuß, sich für den seit vielen Jahren angedachten Landwirtschaftsweg von Ihleburg in Richtung Parchau stark zu machen. Der Weg könne jetzt nicht mehr durch den Wald führen, da er Privatland geworden ist, sondern nur noch südlich am Waldrand vorbei.

Dem konterte Huchel, dass solch ein Weg nicht im öffentlichen Interesse liege und von dem Parchauer Landwirtschaftsbetrieb selbst gebaut werden müsste. "Lasst uns nicht über Projekte diskutieren, die seit Jahrzehnten schlummern, sondern über Vorhaben, die in die Zukunft weisen und unserem Dorf bei der Weiterentwicklung der Infrastruktur helfen."

Da wäre zum Beispiel der Wirtschaftsweg parallel zum Elbdeich, der gleichzeitig als Radwanderweg genutzt werden könnte, warf Ortschaftsratsmitglied Josef Woska ein. "Es dürfte bekannt sein, dass von Parey bis Zerben eine Radverbindung besteht, dann aber vorerst endet, nämlich in Richtung unseres Ortes. Das ist seit Jahren ein unhaltbarer Zustand in Bezug auf den Elbetourismus, der für den Landkreis immer wieder beschworen wird", meinte Woska.

Ansonsten war Thema der Ortschaftsratssitzung die Friedhofsneugestaltung, zu der es im Oktober ein Vororttermin geben soll. Sowie das Kita-Gebäude und das Feuerwehrhaus, an denen Reparaturarbeiten geplant werden müssen. Zur Sprache kam weiterhin der Haushaltsplan der Stadt Burg mit dem Konsolidierungsprogramm 2014. Runa Bohne, Finanzverantwortliche der Stadt, machte klar, dass unter anderem ein Haushaltsdefizit von 3,8 Millionen Euro besteht und damit ein Konsolidierungspapier notwendig wird.

Auf Ihleburg eingehend, erklärte Bohne, dass im neuen Haushaltsplan die Gelder für die Unterstützung von Vereinen nicht mehr in den Ortschaftsplänen enthalten sind. "Die Gelder sind bei der Stadt und sollten deshalb von den Vorständen rechtzeitig beantragt werden und nicht erst zum Ende des Jahres. Wir wollen sehr bald wissen, welche einzelnen Summen sich die Vereine vorstellen, um den Gesamtbetrag gerecht verteilen zu können."

Vom neuen Ortsbürgermeister Axel Rojahn war außer zur Leitung der Auftaktsitzung noch nicht viel zu vernehmen. Verständlich: Denn es ist auch für den kleinen Ort Ihleburg sicherlich nicht einfach, sich einen Überblick zu verschaffen, was in den kommenden Jahren an Vorhaben zu erledigen ist und wo der Schuh drückt, um dem Wählerwillen gerecht werden zu können.