Möglicherweise ist es besser, nicht mehr alle Tassen im Schrank zu haben, um auf die Idee zu kommen, 1050 Kannen sammeln zu wollen. Genau das haben die Mitglieder des Vereines "Loburger Weg" bis zur 1050-Jahr-Feier von Loburg im Sommer 2015 vor.

Loburg l Am vergangenen Denkmaltag konnten es die Vereinsleute zuerst gar nicht fassen, mit wieviel Begeisterung die Menschen im Jerichower Land bei der Aktion mitmachen wollen. "Ich habe davon in der Volksstimme gelesen", mit diesen Worten kamen am Sonntag etliche Leute auf Marianne Dommroese, ihren Mann Ludwig oder andere Vereinsmitglieder zu, meist schon dabei, eine oder mehrere Kannen aus der Tasche zu nesteln. Auf diese Art und Weise stapeln sich im Haupthaus der Loburger Burg nunmehr 346 Kannen.

Am Tag des offenen Denkmals hatten die Vereinsleute im Burghof historische Szenen dargestellt, die Hexenverbrennung und die Pest. Doch die aktuell in den historischen Mauern grassierende "Krankheit" ist wohl die Sammelwut.

Man werde einen bislang kaum genutzten Raum mit geeigneten Regalen auskleiden und auch die anderen Räume im Haus mit Kannen bestücken, erläutert Vereinschef Ludwig Dommroese das weitere Vorgehen.

Historische Szenen im Burghof nachgestellt

Besonders beeindruckt waren die Loburger Sammler von einer Großspende aus Wörmlitz: Eine Frau Erxleben liefert gleich 88 Kannen auf einmal ab. "Überhaupt ist die Unterstützung aus dem Burger und Möckeraner Raum ausgesprochen groß", stellt Vereinschef Dommroese fest.

Unter dem abgegebenen Porzellan findet sich allerhand Interessantes. Ein ganzes Service, einst zum 25. Hochzeitstag von Oma und Opa geschenkt, steht auf einem Tisch der Burg. "Die jungen Leute wollten es nicht behalten", sagt die Spenderin. Immer wieder kommen ältere Bürger mit Kannen vergangener Jahrzehnte. Sie geben sie lieber dem Verein, bevor das einst hochgeschätzte Familiengeschirr beim scheinbar desinteressierten Nachwuchs noch als Scherbenhaufen endet.

Und so kam auch eine Jugendstilkanne - es ist derzeit die größte der Sammlung - aus der Kreisstadt Burg wieder "nach Hause" nach Loburg zurück. "Eine Dame brachte sie uns und sagte, hier kommt die Kanne her, hierhin soll sie auch wieder zurück", berichtet Marianne Dommroese. Am Montag erreichten weitere elf Kannen den Loburger Verein.

Der Tag des offenen Denkmals auf der Burg Loburg war ein voller Erfolg, auch was die Besucherzahlen betrifft. 103 Interessierte kamen, stiegen den Turm hinauf oder besuchten die Ausstellungen auf dem Burggelände.

Wer sich an der Kannen-Sammlung beteiligen möchte, kann sich telefonisch an Familie Dommroese wenden unter Telefon 039245 / 3886.