Was wird aus einem Kastanienkeim? Diese Frage brachte die Kinder der Kita "Käte Duncker" auf eine Projektidee, für die sie in diesem Jahr mit dem 1. Preis im Bundeswettbewerb der Kitas "Forschergeist" mit 5000 Euro ausgezeichnet wurden. Zur Kastanie haben die Kitakinder seitdem ein besonderes Verhältnis.

Burg l Mittwochnachmittag auf dem Hof der Kita Käte Duncker: Unter den großen Kastanienbäumen hockt der kleine Lio und sammelt eifrig die braunen Früchte. Für den Kuchen und die Süßigkeiten, die auf einer großen Tafel bereit stehen, hat er keine Augen. "Hier Mama, die auch noch", sagt der Dreijährige und reicht ihr fünf Kastanien, die er kaum mit seinen kleinen Händen halten kann.

Die Kita-Kinder feiern am Nachmittag mit vielen Gästen "ihre Kastanien". Bürgermeister Jörg Rehbaum lobt das Engagement und ist stolz auf die kleinen Forscher. "Bleibt weiter neugierig in eurem Leben. Dann werdet ihr euch so prächtig entwickeln wie die Keime aus der alten Kastanie." Im Mai haben die Kinder und ihre Erzieherinnen den ersten Platz beim bundesweiten Wettbewerb "Forschergeist" für ihr Projekt "Kastanienzüchter" erhalten. Entstanden ist die Idee aus einem "Wurm", der aus einer Kastanie kam. Im Frühjahr 2013 hatten die Kinder der Zwergengruppe im Sandkasten eine keimende Kastanie gefunden und sich gefragt, was es damit auf sich hat.

Ein ganzes Projekt entsteht: "Die Kinder haben die Keime eingetopft, gegossen und die sprießenden Blätter gezählt", erzählt Leiterin Manuela Kiwatt. Die 5000 Euro Preisgeld sind nun in der Kita angekommen und wurden groß gefeiert. Von dem Geld sollen Spielgeräte gekauft werden. "Eine Sandwanne mit Lichtplatte ist schon bestellt. Die Kinder wünschen sich noch ein Baumhaus", sagt Kiwatt.

Die Leiterin ist stolz auf die Auszeichnung: "Damit wird auch der Beruf der Erzieherin gestärkt." Es sei so wichtig, die Beobachtungen der Kinder einfach aufzugreifen, betont sie.

Genau diesen Aspekt findet Thomas Schmitt auszeichnungswürdig. Er ist Mitglied der Jury, die eine Auswahl unter den vielen Einsendungen getroffen hat und die Kita für den Wettbewerb um den Bundessieger ausgewählt hat. "Unglaublich, wie viele Beobachtungen die Erzieher aufgegriffen haben", sagt er.

Nicht nur Beobachtungen, sondern kleine Forschungstouren haben die Kinder in Burg unternommen. "Der dickste Kastanienbaum steht am Panzer hinter der Schwimmhalle", erzählt Kiwatt.

So groß sollen die kleinen Bäume werden, die die Nachwuchsforscher herangezogen haben. Ein kleiner Kastanienbaum findet auf der Kindergartenfeier einen neuen Besitzer. Udo Voigt darf einen Baum in der Stadt einpflanzen. Der Vorsitzende des Fördervereins der Laga freut sich: "Kastanien gehören zum Stadtbild von Burg. Wir werden einen schönen Platz für das Bäumchen finden.