Es ist eine ebenso schöne wie lebendige Tradition: Zweimal im Jahr sperrt die Lebenshilfe am Brunnenfeld ihre Tore ganz weit auf. Sonnabend erlebten mehr als 300 Besucher einen liebevoll vorbereiteten Weihnachtsbasar.

Burg l Klara tüftelt hochkonzentriert am Basteltisch der Lebenshilfe. Sie braucht eine ruhige Hand, um die vielen bunten Perlen auf die Drähte zu schieben. Klara nimmt den Kopf hoch und lächelt: Schau Mama, der Stern für unseren Weihnachtsbaum ist fertig.

Klara ist häufiger zu Besuch bei der Lebenshilfe. Ist ja logisch, Mutti Regine Giebel arbeitet hier als Verwaltungsleiterin. Beim Weihnachtsbasar heute trägt sie wie alle Mitarbeiter ein dunkles Poloshirt mit der Aufschrift Lebenshilfe: "So finden unsere Gäste leichter einen Ansprechpartner."

Und es sind wieder sehr viele Besucher gekommen. Drinnen ist es rings um den Kuchenstand ziemlich eng, am Basteltisch ist kein Platz mehr frei und die Schlange beim Verkauf der hübschen Adventsgestecke will nicht abreißen.

"Nein", sagt Regine Giebel, "wir müssen für unsere Veranstaltungen nicht viel Werbung machen. Die Menschen kommen gerne zu uns." Und das ist auch der Zweck solcher Tage mit den großen offenen Türen. Regine Giebel sagt: "Wir wollen den Besuchern erklären, was Inklusion ist. Wir wollen unseren Gästen zeigen, wie hier die Menschen mit einem Handycap leben."

500 Lebenshilfe-Leute

Um 500 Menschen mit Behinderung kümmern sich die Mitarbeiter der Burger Lebenshilfe. Dies geschieht auf verschiedenen Ebenen: Zum Beispiel innerhalb eines Heims für Erwachsene, die in den Werkstätten arbeiten. Hinzu kommen einige Außenwohngruppen. Zur Einrichtung der Parität gehören eine integrative Kindertagesstätte mit 25 Plätzen und eine Fördergruppe für Schwerstbehinderte. Die Werkstatt für Menschen mit Handycap hat 120 Plätze. Hier arbeiten die Beschäftigten mit Holz und Metall, mit Keramik oder bei der Landschaftspflege. Sie alle feierten am Sonnabend mit ihren Gästen: Es gab Musik mit Trommeln, Gitarre und Keyboard. Es gab Würstchen und Waffeln sowie Kuchen und Schmalzstullen. Wer kein Gesteck kaufen wollte, konnte sich im Bastelraum ein Exemplar gestalten.

Dort sitzt Klara noch immer. Das achtjährige Mädchen ist voller Vorfreude. Mit Papi Andreas will sie noch einen Weihnachtsbaum besorgen. Einer, der im Topf steht und Wurzeln hat. "Dort will ich meinen bunten Stern anhängen", sagt die kleine Schülerin und schaut zu Mutti, doch die hat keine Zeit mehr, muss sich um die Gäste der Lebenshilfe kümmern.

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