Burg/Genthin l Der bundesweite Streik im öffentlichen Dienst erreicht am Donnerstag das Jerichower Land. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kündigt einen einstündigen Warnstreik ab 10 Uhr an: "Aufgerufen sind die Kollegen aus sämtlichen Schulen aller Schulformen im Jerichower Land", sagte Kreisvorsitzender Ingo Doßmann zur Volksstimme.

Er rechnet mit einer 80-prozentigen Beteiligung der 36 Schulen des Landkreises. Ab 11 Uhr folgt eine Protestveranstaltung in der Burger Stadthalle. Reden werden dort Doßmann und ein Landesvertreter seiner Gewerkschaft. Doßmann sagt aber auch: "Die Betreuung der Schüler ist bis Schulschluss abgesichert." An diesem Warnstreik teilnehmen werden ausschließlich die angestellten Lehrer. Nur ein kleiner Teil der Kollegen ist verbeamtet, darf also nicht streiken. Ausgenommen sind Doßmann zufolge auch die Lehrer in Altersteilzeit. Denn: "Sie würden doppelt bestraft, bekämen Gehaltsabzug und müssten die Stunden nacharbeiten."

Die Donnerstag-Aktion soll allerdings nur ein Warnschuss sein. Der erste richtige und ganztägige Streik folgt in der kommenden Woche. Doßmann: "Welcher Tag das sein wird, werden wir erst kurzfristig mitteilen." Zuvor soll es entsprechende Elternbriefe geben.

Die Kernforderung der Gewerkschaften lautet 5,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 175 Euro mehr, ein Ende der Befristungen von Verträgen ohne Grund: "In unserem Bundesland stimmen die Rahmenbedingungen für die Bildung nicht", sagte Doßmann. "Unter anderem rücken zu wenig junge Kollegen nach." Er beklagt zudem, dass "die Arbeitgeber noch kein Angebot vorgelegt haben".