Burg geht bei der Wirtschaftsförderung neue Wege: Der Industrie- und Gewerbepark (IGP) an der B 246a kann jetzt auch virtuell erlebt werden. Für die Stadt ist dies ein neues Marketinginstrument und Hilfe für interessierte Investoren sowie ortsansässige Firmen.

Burg l Fahrzeuge verkehren auf der vielbefahrenen Autobahn 2 und der B 246a. In wenigen Minuten umkreist der Beobachter das in den zurückliegenden Jahren gewachsene, 135 Hektar große Gewerbegebiet bei Burg mit mehr als 40 Unternehmen. Wie aus der Vogelperspektive sind die Firmen, Straßen oder die Infrastruktur entweder aus der Entfernung oder sogar so zu sehen, als würde man quasi daneben stehen. Möglich macht dies ein interaktives 3D-Modell, welches das Fraunhofer-Institut Magdeburg entwickelte und das jetzt vorgestellt und übergeben wurde.

Mehr als fünf Monate haben Experten daran gearbeitet, den Standort Burg aufzuarbeiten, zu fotografieren, zu filmen, um all diese Einzelkomponenten dreidimensional zusammenzufügen, sagte Andreas Höpfner vom Institut. Das Ergebnis könne sich mehr als sehen lassen, resümierte Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD). Neben der intensiven Betreuung der Firmen habe die Stadt bei der Wirtschaftsförderung einen weiteren Schritt zugelegt. "Denn jeder, der unseren Standort kennenlernen will, kann sich, ohne direkt vor Ort zu sein, ein Bild von den Ansiedlungsmöglichkeiten machen und erfährt nützliche Informationen über das direkte Umfeld und die Region."

Ein wesentlicher Pluspunkt dabei: Das virtuelle Produkt ist so aufgearbeitet, dass ein potentieller Investor beispielsweise eine freie Gewerbefläche für sich zugeschnitten ausmessen und darauf einzelne Gebäude setzen kann. Aber auch bestehende Firmen können Erweiterungen oder Veränderungen direkt planen. Und Informationen zu den ansässigen Unternehmen, dem Branchenmix, aber auch Faktoren wie Dienstleistung oder Arbeitsmarkt sind direkt abrufbar, was für Kooperationen oder Zulieferungen von Nutzen sei, ergänzte Andrea Gottschalk, Sachgebietsleiterin Wirtschaftsförderung in der Stadtverwaltung.

Angeschoben wurde das Projekt über die Regionale Planungsgemeinschaft Magdeburg in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut.

Neben der Landeshauptstadt mit dem Industrie- und Logistik Centrum Rothensee und dem Gewerbepark Mittelelbe waren die Städte Schönebeck und Burg als Partner des Projektes "Virtuelle Wirtschaftsregion Magdeburg" beteiligt. Gefördert wurde das Vorhaben über das Ministerium für Landentwicklung und Verkehr.

"Auch der Burger Industrie- und Gewerbeverein hat sich daran beteiligt. Für alle Unternehmen bieten sich durch diese moderne Darstellungsweise, die auch Ergänzungen von Bereichen, wie zum Beispiel die Landesgartenschau, möglich macht, große Vorteile", versicherte Ulf Petermann, Mitarbeiter der städtischen Wirtschaftsförderung.