Mit einem offiziellen Appell wurden 100 Soldaten des Burger Logistikbataillons 171 "Sachsen-Anhalt" am Freitag in die kommenden Auslandseinsätze verabschiedet. Im Mai geht es für die Frauen und Männer in den Kosovo und in die Türkei.

Burg l Wenn Philipp Kochinka am 18. Mai in Leipzig in den Flieger steigt, heißt das Ziel Kosovo. Für den Oberfeldwebel aus Berlin wird es der erste Auslandseinsatz sein. "Ich bin etwas nervös und habe auch ein komisches Bauchgefühl, trotzdem bin ich guter Dinge, dass dort alles klappen wird", sagt der 27-Jährige. Im Kosovo wird er für den Versand und die Annahme des gesamten Einsatzmaterials zuständig sein. "Es wird eine anspruchsvolle Zeit, aber richtig Angst ist nicht dabei", sagt Kochinka.

Anders die Situation für Susan Nagel aus Magdeburg. Sie wird im Kosovo zum zweiten Mal in einem Auslandseinsatz aktiv sein. Zuvor war sie bereits in der Türkei, als es um die Rückführung der Soldaten aus Afghanistan ging. Doch von Routine kann die gebürtige Schönebeckerin noch nicht sprechen. "Es ist ein anderes Land. Dort werden wieder andere Erfahrungen gemacht", sagt sie. Die 25-Jährige ist vor Ort dafür verantwortlich, dass das Material auch dorthin verlegt wird, wo es gebraucht wird. "Ich gehe mit einem guten Gefühl in diesen Einsatz", sagt die Magdeburgerin selbstbewusst. Sie ist eine von sechs Frauen aus dem Burger Logistikbataillon, die in den Kosovo gehen.

Insgesamt wurden am Freitag 100 Soldaten mit einem Appell offiziell verabschiedet. 83 gehen in den Kosovo, 17 in die Türkei, jeweils für vier Monate. Dabei sind die jeweiligen Aufgaben verschieden. Im Kosovo sollen die Soldaten wieder ein sicheres Umfeld aufbauen und erhalten, einschließlich öffentlicher Sicherheit und Ordnung. Darüber hinaus gilt es, humanitäre Hilfe in Notsituationen zu leisten, die Rückkehr von Vertriebenen zu fördern sowie die Arbeit internationaler Hilfsorganisationen zu unterstützen. "Im Norden ist die Lage nicht ganz unkritisch, aber sonst ist die Sicherheitslage stabil", sagt Kommandeur Karl Wilhelm Wenz. Stabil ist die Lage auch in der Türkei: Dorthin verlegen Teile des Bataillons, um die Raketenabwehr zu verbessern. "Wir stellen hier die Versorgungskräfte", so der Kommandeur.

Keiner werde so zurück kommen, wie er Burg verlassen habe, sagt Wenz in seiner Rede. "Bei jedem Einsatz werden so viele Eindrücke gesammelt, dass man bestimmte Dinge vielleicht anders sieht als vorher." Er wisse um die Herausforderungen, die auf die Soldaten zukämen. Burgs Bürgermeister Jörg Rehbaum weiß, dass es "kein Frühlingsausflug" sein wird. "Die Teilnahme an einer Friedensmission liegt in unserem nationalen Interesse. Wir wissen, dass wir uns auf Sie verlassen können."

Einen Talisman wird Philipp Kochinka nicht mitnehmen. Aber die Zeit bis dahin, genau wie Susan Nagel, noch mal mit Eltern und Freunden verbringen. Denn: "Meine Mutti wird sich auf jeden Fall Sorgen machen", sagt der 27-Jährige.

   

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