Burg l "Witaj!" und "Bienvenue!" hieß es am Donnerstag in Burg. Auf Polnisch und Französisch bedeutet das "Herzlich Willkommen". 15 Schüler aus Polen und 22 aus Frankreich trudelten in der Ihlestadt ein. Im Rahmen eines Schüleraustauschprogramms sind sie für eine knappe Woche zu Gast bei den Schülern des Roland-Gymnasiums.

Dass die beiden Austauschprogramme parallel ablaufen, ist Zufall. Am Freitag wurden die 15 Schüler aus dem polnischen Stettin von Runa Bohne, Fachbereichsleiterin Zentrale Dienste, im Rathaus willkommen geheißen. Mit dabei waren natürlich auch ihre deutschen "Gastgeschwister" der siebten Klasse des Gymnasiums. Als kleines Geschenk hatte Bohne für jeden ein kleines Burg-Paket mit Infomaterial rund ums Jerichower Land und dem guten, alten Burger Knäckebrot parat. Bohne erzählte den 30 Schülern einiges über die Stadt, während Lucyna Osiewicz, Deutschlehrerin der polnischen Schüler, fleißig übersetzte. So gut waren die Deutschkenntnisse nach dem ersten Tag in Deutschland dann doch noch nicht.

Bis 21. April werden die polnischen Austauschschüler in Burg bleiben. Die 13- und 14-Jährigen wohnen bei Gastfamilien, um so nicht nur die deutsche Kultur, sondern vor allem die Sprache besser verstehenzulernen.

Im September nach Polen

Während ihres Aufenthalts sind viele spannende Dinge geplant. "Wir fahren ins Phaeno nach Wolfsburg, besuchen in Berlin die Reichstagskuppel und machen dort einen Stadtrundgang, den die Schüler organisieren. Am Dienstag machen wir zum Abschied dann noch ein deutsch-polnisches Frühstück", erzählt Beate Seeger, betreuende Lehrerin des Austausches.

Seit zwölf Jahren findet der deutsch-polnische Schüleraustausch regelmäßig statt. Im September geht es für die 15 Roland-Gymnasiasten für einige Tage nach Polen, wo sie sich einen Eindruck von der polnischen Kultur machen können.

Ähnlich sieht es bei den Neunt- und Zehntklässlern des Gymnasiums aus. Sie haben bis zum 23. April Besuch von französischen Austauschschülern aus der Region La Franche -Comté. "Es wird sich alles um das Thema 25 Jahre Mauerfall drehen", erzählt Französisch-Lehrerin Petra Büttner. Unter anderem wird es nach Sorge in den Harz gehen, um sich das "Grüne Band" entlang des früheren Grenzweges anzuschauen. Auch die Gedenkstätte in Marienborn steht auf dem Programm sowie eine Fahrt nach Quedlinburg und Berlin. "Wir wollen den französischen Schülern etwas von unserer Geschichte mitgeben", so Büttner.

Croissants und Brezeln

Am Freitag stand ein Mittags-Buffet mit deutschen und französischen Spezialitäten im Klassenzimmer der Schüler bereit. Croissants, Baguette, Mousse au Chocolat. Brezeln, Kartoffel- und Nudelsalat. Hungrig stürzten sich die Schüler auf die Leckereien.

"Meine Eltern haben extra Camembert gekauft", berichtet die 16-jährige Chantalle Simon, die die Französin Cathie bei sich zu Gast hat. Die beiden haben sich auf Anhieb gut verstanden. "Wir sind beide große Japan-Fans, zeichnen Mangas und können auch ein paar Worte Japanisch sprechen", erzählt die 16-Jährige. Eine gute Voraussetzung zum Erhalt der deutsch-französischen Freundschaft. Im Oktober wird es dann für die deutschen Schüler nach Frankreich gehen, worauf sich schon alle sehr freuen.

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