Friedensau l Wenn es darum geht, auf wenigen hundert Quadratmetern die ganze Welt abzubilden, dann ist Friedensau im Jerichower Land wohl eine der ersten Adressen. Hier studieren junge Leute aus allen Teilen der Welt Religionswissenschaften oder Sozialwissenschaften. Der adventistisch geprägte Ort ist im Verlaufe der vergangenen 110 Jahre zum Schmelztiegel der Nationen im heutigen Landkreis geworden.

Zur schönen Tradition ist es dabei geworden, dass all diese jungen Leute an einem Wochenende ihre Kulturen vorstellen. Höhepunkt ist der "Abend der Kulturen". Dann wird gesungen, getanzt und gemeinsam gegessen. Die Multi-Kulti-Feier beweist jedes Jahr aufs Neue, dass das Zusammenleben verschiedener Rassen und Religionen kein Problem sein muss.

Dies kam etwa auch in einem Programmpunkt zum Ausdruck, bei dem der deutsche Student Marco Knorr die berühmte Rede von Martin Luther King neu interpretierte und auf die heutige Zeit und in diese Region übertrug. Jene Rede vom 28. August 1963, in der Martin Luther King hoffte, sein Traum möge irgendwann einmal Wirklichkeit werden, dass die Menschen unabhängig von ihrer Rasse eines Tages in Frieden zusammenleben können. Es war eine Rede, die von allen im Saal beklatscht wurde. Von Studenten aller Nationen, von Bürgern aus Friedensau, Burg und Möckern - und auch von einer Handvoll syrischer Asylbewerber, die derzeit in der Kreisstadt ein Zuhause und in Friedensau inzwischen echte Freunde gefunden haben.

"Dieser Abend ist ein hochkonzentrierter Auslandsaufenthalt."

Tobias Koch, Kanzler der Hochschule

Der Kanzler der Theologischen Hochschule, Tobias Koch, zeigte sich beeindruckt angesichts der Vielseitigkeit in seiner Einrichtung: "Ich bin stolz auf diese Veranstaltung aller Völker. Kreativität entsteht auch dadurch, dass wir uns mit dem Neuen und anderen Kultureindrücken befassen. Dieser Abend ist ein hochkonzentrierter Auslandsaufenthalt."

Tatsächlich trugen nicht weniger als 33 Nationalitäten zu dem Gelingen des Abends bei. Darunter waren Studenten aus Äthiopien, Luxemburg, Haiti, Korea, Mexiko, Ungarn, Deutschland und Sambia. Nicht wenige der Studenten hatten sich in traditionelle Gewänder gehüllt, einige hatten diese selber angefertigt. Die Studenten gaben traditionelle Tänze zum Besten, sangen die Lieder ihrer Heimat und zuletzt gab es etliche kulinarische Spezialitäten aus aller Herren Länder zu kosten.

 

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