Nedlitz l Etwa zwei Stunden nimmt sich die sechsköpfige Delegation am 7. Mai für ihren Rundgang durch Nedlitz Zeit. Darauf machte Ortsbürgermeisterin Christine Becker am Mittwochabend auf der Sitzung des Ortschaftsrates aufmerksam. Ein paar Tage vor dem großen Datum soll eine Generalprobe im selben Zeitfenster stattfinden. Damit wird sichergestellt, dass in den zwei Stunden alle Standorte, die vorgestellt werden sollen, erreicht werden.

Der Rundgang soll mehrere Zwecke erfüllen. Die allgemeine Entwicklung des Dorfes soll ebenso erkennbar sein wie das bürgerschaftliche Engagement. Ziel ist es, Nedlitz als Teil der Kulturlandschaft Sachsen-Anhalts mit seinen dörflichen und historischen Besonderheiten wirksam vorzustellen. "Als gepflegtes, lebendiges Dorf mit Menschen, denen es gelingt, generationsübergreifend wunderbar zusammenzuleben", fasste Christine Becker in ihrem Bürgerbrief zusammen.

Jeder Einwohner kann seinen Beitrag leisten, dass Nedlitz bei der inzwischen 9. Auflage des Landeswettbewerbes "Unser Dorf hat Zukunft" gute Chancen hat. Dafür ist nicht viel zu tun. Es kommt darauf, dass am 7. Mai die Vorgärten und Gehwege ordentlich aussehen. Der in einem Schreiben an alle Einwohner formulierte Wunsch richtet sich nicht zuletzt an die Eigentümer unbebauter Grundstücke.

Eigeninitiative

Die Ortschaft erhält zudem Unterstützung durch den städtischen Bauhof, der Anfang Mai mit geballter Kraft in Nedlitz anrücken wird. Zur Eigeninitiative gehörten jüngst beispielweise die Arbeiten am Spielplatz und die Grundreinigung im Sportlerheim, für die sich die Ortsbürgermeisterin auf der jüngsten Sitzung herzlich bedankte. Mehr als 30 Frauen hatten sich an der Grundreinigung beteiligt.

Womit kann Nedlitz vor der Bewertungskommission punkten? Zum einen mit der umfangreichen ehrenamtlichen Arbeit seiner Einwohner. Angefangen von der Feuerwehr über die Heimatstube mit Bücherei, den Chronisten, der Näh- und Bastelbube über den Sportverein und den Förderverein Kirche St. Nikolaus bis zu den vielen Helfern, die oftmals im Hintergrund bleiben. "Was in Sachen Kultur und Tourismus in Nedlitz passiert, wird von Menschen gemacht und von Menschen begleitet", heißt es dazu in der Nedlitzer Präsentation für "Unser Dorf hat Zukunft". Das Straußenland lockt Besucher nach Nedlitz, ebenso die Nedlitzer Mumien und die Ausstellung "Tod und Begräbniskultur" in der Kirche.

Hohe Lebensqualität

Zum anderen begründen die Nedlitzer in ihrer Präsentation ganz deutlich, dass die Schönheit ihres Ortes auf seinen gewachsenen Strukturen und der hohen Lebensqualität des vielen Grün beruht. Die Amtswiese, die Heckenbepflanzung am Sportplatz, die Wald- und Parkfläche, die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt machten Nedlitz lebenswert.

"Unsere Zukunft sind die spielenden Kinder, die täglich unbeschwert durch Nedlitz toben." Gerade den Jungen und Mädchen wolle man eine Kindheit bieten, in der sie ihre Heimat erforschen, Pflanzen und Tiere entdecken können.

Was die wirtschaftliche Entwicklung betrifft, ist es der Ortschaft wichtig, die Nedlitzer Kleinbetriebe und Handwerker und damit die Arbeitsplätze vor Ort zu erhalten. Dazu gehört auch, dass das Dorf, nicht zuletzt durch Lückenbebauung, als Wohnstandort für Familien mit Kindern und allen, die Arbeiten und Wohnen miteinander verbinden wollen, attraktiv bleiben soll.

Der Sieger des 8. Landeswettbewerbes "Unser Dorf hat Zukunft" befindet sich übrigens nicht weit entfernt von der Einheitsgemeinde Gommern. Steutz (Anhalt-Bitterfeld) konnte sich den Titel im Jahr 2012 sichern.