Der älteste Truppenübungsplatz Deutschlands, der Truppenübungsplatz Altengrabow, feierte am vergangenen Sonnabend mit einem Tag der offenen Tür sein 120-jähriges Bestehen. Tausende Besucher aus Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin kamen. Die ersten Besucher standen schon zwei Stunden vor Beginn an der Wache.

Dörnitz/Altengrabow l In seiner Begrüßungsrede machte Oberstleutnant Eugen Poch, Kommandant des Truppenübungsplatzes, deutlich, dass sich das Jubiläum einordnet in 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges, 60 Jahre Bundeswehr und 25 Jahre Armee der Einheit. Mit einem Salutschießen wurde der Tag der offenen Tür eröffnet.

Loburgs Ortsbürgermeister Bernd Wünschmann, einst selbst Kommandeur auf dem Truppenübungsplatz, ließ es sich nicht nehmen, Oberstleutnant Eugen Poch ein Wappen der Stadt Loburg sowie ein Buch über Loburg, jeweils versehen mit einer Widmung, zu überreichen. Dazu gab es noch einen "Ratstropfen" der Patenstadt Loburg zum Anstoßen. "Ich hatte vor 20 Jahren das Glück, den 100. Geburtstag des Truppenübungsplatzes als Kommandant feiern zu können", so Bernd Wünschmann.

Mitglieder der Schützengilde zu Görzke, angereist mit der "Flotten Anna", präsentierten sich bei der Eröffnung nicht nur mit dem Gewehr, sondern überreichten dem Platzkommandanten auch zwei Präsente. So freute sich Oberstleutnant Eugen Poch über eine alte Landkarte des Platzes aus dem Jahr 1913 ("Solch eine habe ich noch nicht gesehen.") und die Kopie einer Medaille der Schützengilde von 1923. Später war die Schützengilde dann auch noch beim Kanonenschießen auf der Schießbahn 1 im Einsatz.

Für die Besucher war ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet worden. Dabei kamen alle Altersklassen auf ihre Kosten. Großes Interesse gab es unter anderem bei den Vorführungen des Landeskriminalamtes (LKA) von Sachsen-Anhalt mit dem Spezialeinsatzkommando (SEK). Hier wurde demonstriert, wie bei einem angenommenen Banküberfall in Burg die beiden Täter dingfest gemacht werden. Dazu seilten sich Beamte aus dem fünften Stockwerk eines Hauses ab.

Die statische Waffenschau zog ebenfalls viele Besucher an. Da konnte schon mal auf oder in einen Panzer geklettert werden. Dazu gab es die entsprechenden Informationen zum Fahrzeug durch die Soldaten. Auch die Feuerwehr stellte sich vor.

Zahlreiche Informationsstände informierten die Besucher über den Truppenübungsplatz und die Arbeit der Bundeswehr. Dazu gehörten unter anderem die Kommandantur, der Reservistenverband, die Feldjäger, das Familienbetreuungszentrum (FBZ) der Bundeswehr, der Kampfmittelbeseitigungsdienst Sachsen-Anhalt, der Reservistenverband, der Förderverein "Mahnmal Kriegsgefangenenlager Stalag XI-A Altengrabow" sowie der Bundesforstbetrieb Nördliches Sachsen-Anhalt.

Auch für die Kinder war einiges geboten. So war die Hüpfburg stets belegt. Mit einem Platzkonzert präsentierte sich das Heeresmusikkorps Hannover unter der Leitung von Oberstleutnant Martin Wehn.

"Weg wie warme Semmeln" ging die Erbsensuppe aus der Gulaschkanone. 1500 Portionen, das entspricht der Kapazität von drei Feldküchen, waren gekocht worden. Mit einem Salutschießen wurde der Tag der offenen Tür beendet.

   

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