In Friedensau ist nach jahrelanger Bauzeit das neue Bewegungsbad des Seniorenwohnheimes eröffmet worden. Bei der Einweihung war neben Möckerns Stadtbürgermeister Frank von Holly auch der Landrat des Jerichower Landes, Steffen Burchhardt, und der SPD-Landtagsabgeordnete Matthias Graner dabei.

Friedensau l Friedensau hält sich dieser tage zurück in Sachen Bescheidenheit und spricht gar vom "Seniorenheim mit dem wahrscheinlich schönsten Bewegungsbad in Deutschland". Und tatsächlich ist es wohl etwas besonderes, wenn ein Bewegungsbad für ein Seniorenheim gebaut wird - in Zeiten, in denen Kommunen doch eher darüber nachdenken, Freibäder zu schließen oder unrentable Hallenbäder umzunutzen. Im Seniorenheim Friedensau schwimmt man wortwörtlich gegen den Strom: das kleine Hallenbad mit angeschlossenem Fitness- und Saunabereich soll den Senioren der Einrichtung, den älteren Mitbürgern des Ortes und dem Personal des Seniorenheimes zur Verfügung stehen. Wenn es die Kapazitätenerlauben, sollen aich die anderen Bewohner der Ortes in den Genuss der Einrichtung kommen, sagt Heimleiter Christoph Maaß.

Er gilt als der Initiator des stolzen Vorhabens. Dafür erntet er Lob von Johannes Scheel, Vorsteher der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Berlin-Mitteldeutschland, und Karl-Heinz Walter, dem Vorsitzenden des Vereines, der als Träger des Seniorenheimes wirkt.

Verzögerung beim Bau

Diverse Probleme zögerten den Bau hinaus, etwa eine Insolvenz eines beteiligten Baubetriebes, der hohe Grundwasserstand im Ort, weswegen unzählige Liter Grundwasser über ein aufwendiges Rohrsystem in die Ihle gelenkt werden mussten. Heimleiter Maaß machte keinen Hehl daraus, dass auch mangelnde Flexibilität im Bauordnungsamt des Landkreises zu verzögerungen geführt hätten. Insgesamt lagen drei Jahre zwischen der Idee bis zur Planung. Der Baustart erfolgte im Juli 2013.

Auch Landrat Steffen Burchhardt zeigte sich beeindruckt von der Einrichtung und gratulierte für den Mut und die Beharrlichkeit, soetwas zu bauen: "In Friedensau stehen die Menschen füreinander ein. Es gibt wenige Gelegenheiten, soetwas zu bauen, in Zeiten in denen Bäder eher geschlossen werden. Vielleicht lasse ich mich hier auch mal in Badehose blicken.

Das Wohlfühlzentrum hat es in sich. Neben dem Fitnessbereich und einem Saunakomplex mit Trocken-, Dampf- und Infrarotsauna gibt es das Therapiebecken, welches 6,50 mal 15 Meter groß ist und eine Tiefe von 1,34 Metern hat. Damit bleiben die Friedensauer Betreiber knapp unter dem Maß von 1,36 Metern, ab dem ein Schwimmmeister vorhanden sein muss. Dafu¨r hat das Seniorenheim aber eine Physiotherapeutin fu¨r Aquagymnastik eingestellt. "Die Senioren aus dem Heim werden nicht unbeaufsichtigt in das Wasserbecken gehen", erklärt Pflegedienstleiter René Lindstädt.

In Zeiten, in denen kommunale Freibäder eher als Geldgrab angesehen werden, rechnet das Friedensauer Seniorenheim mit einem auf lange Sicht wirtschaftlichen Betrieb. Dazu trägt bei, dass das vorhandene Blockheizkraftwerk des Heimes mehr Wärme produziert, als bislang benötigt. Eine 30 Zentimeter dicke Dämmung tut ihr Übriges, um die Betriebskosten gering zu halten.

Zunächst einmal richtet sich das Angebot zwar an die Bewohner unseres Heimes und der Ortschaft", erklärt Christoph Maaß, der Leiter des Seniorenheimes in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Auch die Mitarbeiter des Seniorenheimes und deren Familien sollen in den Genuss des kleinen Hallenbades plus Fitnessbereich kommen. "Wenn daru¨ber hinaus aber noch Kapazitäten frei sind, wollen wir auch die Senioren der benachbarten Orte willkommen heißen", so Maaß. Derzeit ist die Rede von 3 Euro für die Badnutzung durch Friedensauer Bürger und 5 Euro bei Nutzung der Sauna.

Fu¨r das Projekt konnten auch Fördergelder des Deutschen Hilfswerks in nicht genannter Höhe eingeworben werden. Auch Möckerns Stadtbürgermeister Frank von Holly lobte das Unterfangen: "Baden ist keine Selbstverständlichkeit. Es betont die Ganzheitlichkeit des Körpers. Bereits vor 125 Jahren gehörte zu einer Schule eine Turnhalle und eine Badeanstalt. Von diesem Standard haben wir uns leider entfernt." Von Holly wehrte sich gegen die Aussage, es gäbe in Möckern mit Ziepel, Möckern, Lübars und Theeßen zu viele Freibäder in der Einheitsgemeinde. "Wozu bringen wir unseren Kindern schwimmen bei, wenn wir vielleicht bald keine Schwimmbäder mehr vorhalten dürfen?" "Mit dem neuen bad in Friedensau können wir uns bald "Stadt der Bäder nennen", scherzte das Stadtoberhaupt. Sein Lob richtete sich auch an die über die Jahre verbesserte Altenpflege in der Stadt. "Vor 25 Jahren habe ich mich angesichts des Seniorenheimes Pabsdorf geschämt. Auch dank der Arbeit mit und für Senioren in Friedensau brauchen wir uns heute nicht mehr schämen."

 

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