Genthin/Burg (khu/al). Für ein Durcheinander hat gestern der Streik der Gewerkschaft der Lokführer unter anderem am Genthiner Bahnhof gesorgt. Florian Baske wollten zur Schule. "Doch der Zug um 7.19 Uhr fiel aus", erzählt der Schüler. "Hätte man uns informiert, wären wir mit dem Bus gefahren, der war aber schon weg." Er kam wie viele andere zu spät zur Schule oder Arbeit. "Das ist ärgerlich, ich muss den Stoff nachholen und habe den ganzen Morgen auf dem Bahnhof verbracht", meint Florian Baske.

Anita Röhl wollte nach Brandenburg zum Arzt. "Drei Monate habe ich auf den Termin gewartet." Ihr Zug um 9.37 Uhr fiel aus, eine Stunde später wartete sie ebenfalls vergebens auf die Bahn. "Ich bin wütend, man wird hier nicht informiert", sagt die Genthinerin. "Früh war hier Chaos", sagt Vera Heinsberg. Viele Pendler hätten sich bei der Mitarbeiterin der Bahn beschwert. "Mehr, als Informationen weiterzugeben, kann ich leider nicht machen."

Auch in Burg kam es zu erheblichen Ausfällen. Auf den Bahnsteigen war am Vormittag aber fast niemand anzutreffen. Reisende Beatrix Schottstedt erklärt das so: "Gestern wurde der Streik angekündigt. Deshalb sind viele Fahrgäste gar nicht erst gekommen." Sie hat Verständnis für die Lokführer, kennt einige privat: "Das letzte Mal bekamen sie stillschweigend eine Lohnerhöhung. Doch ich finde es richtig, dass das Volk nun mal sieht, um was es dabei geht!". Doch nicht alle sehen das so, erzählt Danni Raeck, die im Bahnhofskiosk die Reaktionen der Fahrgäste mitbekam: "Viele sagten, sie fänden es unmöglich, dass die Lokführer dauernd streiken".

Am frühen Nachmittag hatten die Züge nach Magdeburg immer noch einige Minuten Verspätung wegen "Verzögerungen im Betriebsablauf".