Kultur lebt vom Mitmachen, von Ideen und Aktionen. Ganz in diesem Zeichen stand am Sonnabend der Welttag der kulturellen Vielfalt in der Burger Stadtbibliothek "Brigitte Reimann". Dabei meldeten sich Kunst- und Kulturschaffende auch mit Forderungen zu Wort.

Burg. In Zeiten knapper Kassen fällt in der Regel auch das Budget für Kultur spärlich(er) aus. Auch in Burg. Dennoch: Auch ohne kräftige Finanzspritzen hat sich in der Kreisstadt eine Kulturszene etabliert, die das Leben mitbestimmt. Und das längst nicht nur an einem vorgegebenen Tag. Ein jüngstes Beispiel dafür ist der Kulturstammtisch, den Dominik Pattè und Hans-Georg Dräger ins Leben gerufen haben.

Diese lose Gemeinschaft von Gleichgesinnten machte auch am Sonnabend mit deutlichen Worten von sich reden: Stefan Vogt, Mitglied des Kabarett-Ensembles Cat-stairs, übergab Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) eine 13 Punkte umfassende Resolution (siehe nebenstehenden Kasten) - mit Forderungen, Wünschen und Selbstverpflichtungen, um für Burg auf kulturellem Gebiet noch mehr zu erreichen. Ist das aber mit leerem städtischen Geldbeutel möglich? "Nicht alles ist eine Frage des Geldes", sagte Rehbaum. Eine Stadt wie Burg lebe von und mit der Kultur. Je mehr sich selbst engagieren und Vorstellungen entwickeln, um so besser. Die Resolution sei eine gute Grundlage. "Sie ist es wert, im Stadtrat diskutiert zu werden", versicherte der Bürgermeister. Schließlich sollte das Gremium auch über solche Punkte wie ein kulturelles Leitbild mitreden und entscheiden. Und konkrete Ideen müssten reifen.

Wieviel Freude und Spaß jedenfalls ein breites kulturelles Angebot bereiten kann, konnten die Besucher auf dem Bibliothekshof oder im Fachwerkhaus erleben. Etwa bei der Bödecker-Talente-Insel. Die kleine Lara Thiele hatte keine Scheu, vor einem Publikum ihr Gedicht vorzulesen. Klar, dass der Siebenjährigen ein großer Applaus sicher war. "Ganz toll gemacht", freute sich Schriftstellerin Dorothea Iser mit ihren Jury-Mitgliedern Günther Hartmann und Martin Anselm über das Nachwuchstalent. Überhaupt ist der Lesekreis bereits zu einer festen Institution geworden.

Eine Augenweide waren unter anderem auch die Karikaturen der Exil-Iranerin Narges Romiani und Federzeichnungen von Hans-Georg Dräger. Auftritte von Cat-stairs und der Theater AG des Roland-Gymnasiums rundeten den gelungenen Nachmittag ab.

Bilder