Einer der Höhepunkte im Leben der evangelischen Kirchengemeinde in Körbelitz ist seit Jahren das Pancratius-Fest. Es wurde am Sonntag begangen und zog ebenso traditionsgemäß viele Menschen aus dem Pfarrbereich von Pfarrer Albrecht Neumann nach Körbelitz in die liebevoll geschmückte Pancratius-Kirche.

Von Roland Stauf

Körbelitz. Das Fest wurde mit einem Gottesdienst eröffnet. Im Mittelpunkt stand das Gebet. In seiner Predigt sagte Pfarrer Neumann: "Es ist gut, wenn wir jemanden haben, dem wir unser Leid klagen können... Das Gebet stärkt uns Menschen; es macht uns mutiger."

Danach trafen sich die Teilnehmer des Festes im Pfarrgarten. Der Chor des Seniorenclubs sang mit ihnen und trug in erheblichem Maße zu der gelösten Stimmung bei, die sich bei Kaffee und Kuchen unter den Zeltdächern breitmachte. Am Abend gab es Gegrilltes, nachdem man in der Kirche noch einmal musikalische Kostbarkeiten genießen konnte.

Die Körbelitzer Dorfkirche erinnert an den heiligen Pancratius, der im dritten Jahrhundert wegen seines Glaubens hingerichtet wurde. Zur Zeit der Kaiserkröning Ottos im Jahre 962 waren antike Gegenstände und Heiligengebeine in die Magdeburger Umgebung gelangt.

Man nimmt an, dass die Verehrung des heiligen Pancratius auf diese Zeit zurückgeht. Die Kirche wurde allerdings erst im 12. Jahrhundert erbaut und nahm im Dreißigjährigen Krieg Schaden. Die Einbauten stammen aus der Zeit danach.

Der sich mit den Details bestens auskennt, ist der Tischlermeister und ehrenamtliche Kirchenführer Detlef Wagner. Er weiß auch, dass der Turm anders als das Kirchenschiff gebaut wurde, kennt die Situation nach dem Einsturz des Gotteshauses im Oktober 1989. Inzwischen sind die schlimmsten Schäden längst behoben. Die Körbelitzer Dorfkirche verspricht, ein für Besucher interessantes Objekt zu werden.

Restauratoren kümmern sich um den Altarraum, der die Lösung einiger Rätsel verspricht. Die Bildtafeln zum Alten Testament an der Orgel-Empore sind freigelegt und lassen auf zweierlei hoffen: Auf die Freilegung weiterer Malereien an der seitlichen Empore und auf die Orgel selbst, deren Teile nach dem Einsturz der Kirche sorgfältig registriert und eingelagert wurden.