Zur Jahreshauptversammlung trafen sich Freitagabend der Vorstand und die Mitglieder der Forstbetriebsgemeinschaft Mieste. Zusammen schauten sie im Haus Altmark in Mieste auf das vergangene Jahr und die damit verbundenen Holzeinschläge, die Preise und die Gefahren für den Wald zurück.

Mieste l "Ich weiß nicht, wohin das noch führen soll. Bald haben wir keine Bäume mehr im Wald." Die Situation sei bedenklich, sagte Franko Gäde, Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Mieste, bei der Jahreshauptversammlung der Vereinigung am Freitagabend im Haus Altmark. Die Preise für Holz seien nämlich nicht nur von 2012 zu 2013 gestiegen, sondern auch von 2013 zu 2014. So sei der Preis für Industrieholzabschnitte je Festmeter um einen Euro auf 23 Euro gestiegen. Für Schichtholzabschnitte, dem sogenannten Palettenholz, gebe es 2014 drei Euro mehr und damit 31 Euro pro Festmeter. Auch die Langholzabschnitte würden höher vergütet. Für die verschiedenen Stärkeklassen gebe es zwischen einem und zwei Euro mehr.

Zahlen hatte auch Revierförster Gerald Görges parat. Er hatte die geplanten Holzeinschläge den Ist-Zahlen gegenüber gestellt. Bei den Langholzabschnitten waren 2013 590 Festmeter geplant, abgeholzt wurden 649 Festmeter. Vom Palettenholz sollten 740 Festmeter eingeschlagen werden, tatsächlich seien es 496 Festmeter gewesen. Bei den Industrieholzabschnitten seien 1780 Festmeter geplant gewesen, eingeschlagen worden seien 1810 Festmeter. Insgesamt waren es 2013 also 2955 Festmeter Holz, die in den Wäldern der Forstbetriebsgemeinschaft geschlagen wurden. Für dieses Jahr sind 3190 Festmeter geplant.

Auch das Thema Forstschutz griff der Revierförster auf, und dabei können die Waldbesitzer aufatmen, gab Görges bekannt. Denn die Zahl der Nester des Eichenprozessionsspinners sei zurückgegangen, genauso die Zahl der Frostspanner und die der Kieferngroßschädlingen. "Ich kann Entwarnung geben", sagte der Fachmann. Allerdings müssen die Waldbesitzer in diesem Jahr mit einer Schädigung der Bäume durch den Blauen Kiefernprachtkäfer rechnen. "Der wird sich richtig breit machen", erklärte der Revierförster. Jeder Waldbesitzer solle die Bäume kontrollieren und bei einem Befall sofort fällen. Erkennbar sei der Befall durch das Abfallen der Rinde, die Baumkrone allerdings bleibe grün.

Auf ein weiteres Problem wies die kommissarisch eingesetzte Forstamtsleiterin Margitta Kriebel hin. Der Hagelsturm Ende Juli 2013 wütete auf einer Waldfläche von 1500 Hektar. Der Schaden werde nach zirka einem halben Jahr sichtbar. Betroffene Waldbesitzer sollten deshalb also schauen, ob beschädigte Bäume eventuell von einem Pilz oder dem Kiefernprachtkäfer befallen seien.

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