Elf Mädchen, jede Menge Energie und Ideen beherrschten am Wochenende die Atmosphäre im Kunstkabinett des Kalbenser Kulturhauses. Dort fand ein Tanzworkshop für Kinder statt.

Kalbe l Fröhlich plaudernd, neugierig zur Seite blickend oder ungehemmt kichernd saßen die Mädchen im Kunstkabinett des Kulturhauses am Sonnabendnachmittag. Von Tanz oder Bewegung war gerade nicht sehr viel zu sehen. Vielmehr saßen die Teilnehmerinnen des Tanzworkshops mit Bleistift und Kohle über Zeichenblätter auf den Tischen vor ihnen gebeugt. "Wir versuchen zu malen, wie wir uns gerade bewegt oder gefühlt haben, was mit uns passiert ist und was wir gesehen haben", erklärt Elsa Artmann.

Die junge Künstlerin aus Leipzig leitete gemeinsam mit Partner Samuel Duvoisin den Tanzworkshop in Kalbe. Beide waren im vergangenen Sommer eine der ersten Stipendiaten der Künstlerstadt Kalbe, einer von Corinna Köbele initiierten Aktion, die in der beschaulichen Stadt an der Milde für einige Furore gesorgt hatte.

"Bis eben sind wir hier wild strampelnd oder uns schüttelnd durch den Raum gelaufen", sagt Elsa Artmann. "Jetzt ist etwas Ruhe angesagt, und die Mädchen können das Erlebte aufzeichnen. Wir möchten die Kinder an diesen beiden Tagen auch ein wenig davon wegführen, schöne Bilder zu malen", versucht die Kunststudentin zu erklären, als Samuel Duvoisin seinem gezeichneten Bild von sich gerade ein Herz in die rechte Körperhälfte malt. "Was habt ihr gefühlt? Haben sich eure Hände bewegt? Hat euer Herz schneller geschlagen? Habt ihr schneller geatmet oder geschwitzt?", sind einige Fragen, die er den Mädchen stellt. "Die Fenster waren irgendwie immer woanders, als ich mich schnell gedreht habe", erzählt Chiara Schunke. "Oh, wie könntest Du das malen?", denkt Elsa Artmann laut nach, während Chiara sogleich ihr Zeichenblatt umdreht und eine eigene Idee davon zu Papier bringt.

Kunststudenten haben tolle Arbeit geleistet

"Beim Tanzen muss man sich konzentrieren, und man muss vergessen, dass um einen herum noch ganz viel Anderes geschieht, das ablenkt", weiß Mathilde Giese. Deshalb hat sich die Elfjährige aus Faulenhorst auf einer Wolke liegend gemalt, unter der es ganz dunkel ist. "Denn die Kunst beim Tanzen ist, alles leicht aussehen zu lassen und sich ganz auf die Bewegungen und Figuren zu konzentrieren", erläutert Mathilde Giese.

Dass Artmann und Duvoisin nach rund einem halben Jahr wieder nach Kalbe kamen, war eine Idee von Corinna Köbele. "Elsa ist so fantastisch mit den Kindern umgegangen, als wir im Sommer den Geisterfilm gedreht haben, dass ich nach einer Idee suchte, wie wir das noch weiterführen können", lobt sie "die tolle Arbeit". Manchmal glaube sie, so Köbele, dass die Studenten selbst noch gar nicht wüssten, welche irre tollen Talente in ihnen liegen. In der Künstlerstadt Kalbe konnten sie sich 2013 ausprobieren und einen Weg für den Ausdruck ihrer Talente suchen oder sogar finden. Der Tanzworkshop am Wochenende war ein weiteres, kleines Detail davon. Denn ähnliche Angebote für Kinder gibt es in der Region keine, wie Corinna Köbele herausgefunden hatte. "Und vielleicht lässt sich der eine oder andere Künstler dann hier nieder, weil wir hier gute Bedingungen für ihre Arbeit geschaffen haben."

   

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