Eine Stadt im Gespräch - unter diesem Motto steht eine Innenstadtoffensive, die am Mittwochabend gestartet wurde. Ziel ist es, dass Verwaltung, Bewohner und Geschäftsleute gemeinsam das Zentrum Gardelegens zum Erlebnisort gestalten.

Gardelegen l Sachlich und sachbezogen ging es zu bei der Auftaktveranstaltung zur Innenstadtoffensive am Mittwochabend im Rathaussaal. Die Stühle reichten nicht aus. Bürgermeister Konrad Fuchs musste aus einem Nebenraum noch zusätzliche Sitzgelegenheiten holen. Das Interesse war überaus groß. Innenstadthändler, Gastronomen, Bewohner der Innenstadt, Geschäftsleute, Vertreter von Vereinen waren der Einladung gefolgt, und zwar so zahlreich, dass sich die Organisatoren sichtlich überrascht und begeistert zeigten.

Eingeladen dazu hatten neben Bürgermeister Konrad Fuchs auch Gabriela Winkelmann, Sachgebietsleiterin für Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und Tourismus, sowie Mandy Zepig, seit Dezember des vorigen Jahres in der Verwaltung für Wirtschaftsförderung, Marketing und Tourismus zuständig. Mandy Zepig, als ehemalige Stadträtin und SPD-Fraktionschefin bekannt als eine Frau der Taten, stellte auch gleich eingangs der Beratung klar: Die Zusammenkunft solle nicht eine bloße Gesprächsrunde darstellen. Im Ergebnis der Auftaktrunde müsse feststehen, wer welche Aufgaben übernehme und bis wann erledige.

Doch zuvor hatten die Teilnehmer der Runde Gelegenheit, ihre Sorgen und Probleme darzulegen. Die Mehrheit der Innenstadthändler und Gastronomen lehnen nach wie vor die Fußgängerzone in der Innenstadt ab. Gefordert wurde auch eine Verbesserung der Parksituation. Denkbar sei, Parkautomaten wieder einzuführen und in der Fußgängerzone Parkmöglichkeiten anzuordnen. Kritik fand auch die sogenannte Sondernutzungsgebührensatzung der Stadt, die unter anderem regelt, wieviel für die Nutzung von öffentlichen Flächen für Gewerbe zu bezahlen ist. "Wir finden niemanden mehr, der zum Beispiel beim Weihnachtsmarkt einen Tisch vor sein Geschäft stellt und Glühwein verkauft", so Stefan Kampe vom Gardeleger Gewerbeverein. Die Schankgebühren seien einfach zu hoch.

Kritik fand auch die Knöllchenpraxis in Gardelegen. Die Kunden würden beim Einkauf schon Panik entwickeln, in Sorge, die Parkzeit zu überziehen und damit ein Knöllchen zu bekommen, sagte Geschäftsfrau Henriette diPol. Vandalismus - vorgeschlagen wurde eine Videoüberwachung am Rathausplatz, Hundekot und der hohe Leerstand von Geschäftsräumen waren weitere Themen (Berichte folgen).

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