Gardelegen (cah) l Möglicherweise kommt wieder Bewegung in die Thematik Sanierung des Trüstedtschen Hauses. Das hofft jedenfalls Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs, wie er in der Auftaktrunde zur Innenstadtoffensive am Mittwoch der vorigen Wochen (wir berichteten) deutlich machte. Angesprochen hatte das Thema Albert Hösl. Denn leerstehende, dem Verfall preisgegebene Häuser in der Innenstadt seien für eine Belebung des Stadtzentrums eher kontraproduktiv. Das Trüstedtsche Haus mitten in der Stadt sei eines der ältesten Fachwerkgebäude in der Innenstadt. Es sei schade, dass dort nichts passiert.

"Das ist eine lange Geschichte", sagte Fuchs. Die Eigentümer hätten mehrmals gewechselt. Auch jetzt befinde sich das Haus in Privatbesitz. Die Stadt habe über die Wohnungsbaugesellschaft versucht, die Immobilie zu übernehmen und zu sanieren. Es habe dazu auch schon konkrete Pläne gegeben. "Aber die Bedingungen des Denkmalschutzes waren für uns einfach nicht akzeptabel. Wir schlucken da schon gelegentlich dicke Kröten, aber wir sehen nicht ein, dass auch die Schuppen auf dem Hof erhalten werden müssen", stellte Fuchs klar. Er setzt indes Hoffnung in ein Gespräch mit der "obersten Denkmalschutzchefin Susanne Nolte", das am 11. März in Gardelegen stattfinden wird. "Ich hoffe, dass wir eine Lösung finden", so Fuchs. Anfang des Jahres sei über das Trü-stedtsche Haus erneut in der Verwaltung beraten worden. Daraufhin habe es dann ein Gespräch unter anderem mit dem Kreis-Bauordnungsamt und der Unteren Denkmalschutzbehörde gegeben. Im Ergebnis dessen sei der Termin am 11. März entstanden.

Das Trüstedtsche Haus an der Rudolf-Breitscheid-Straße 11 ist eines der ältesten und bedeutendsten historischen Bürgerhäuser der Stadt Gardelegen und gilt auch als eines der wertvollsten Bauwerke der Stadt. Das hatte ein Gutachten ergeben, das die Verwaltung bereits vor drei Jahren in Auftrag gegeben hatte. Zu den Sanierungsplänen gehörte unter anderem, dass die Fachwerkfassade zum Teil erhalten, dahinter aber ein Neubau errichtet werden sollte. Die Kosten waren mit 700000 Euro veranschlagt. Der Denkmalschutz forderte Nachbesserungen. Eine erneute Schätzung ging dann von mindestens einer Million Euro für die Sanierung des Hauses aus. Ganz vom Tisch fielen dann die Sanierungspläne, als es hieß, dass auch Schuppen und Anbauten auf dem Hof des Hauses erhalten werden sollten (wir berichteten).