Alle Jercheler Kinder, deren Eltern Mitte Dezember die Kündigung für die Betreuungsverträge im Jercheler Kindergarten Hollerbusch erhalten hatten, können auch weiterhin im Kindergarten betreut werden. Die Kündigungen seien aufgehoben worden, nachdem noch ausstehendes Geld der Gemeinde Jerchel bezahlt worden ist, bestätigte gestern die Leiterin des Jercheler Kindergartens, Anja Freist.

Jerchel. "Es hat sich alles zum Guten gewendet", berichtete gestern die Leiterin des Kindergartens Hollerbusch, Anja Freist, auf Nachfrage. Die Kinder der Jercheler Eltern können weiterhin in Jerchel betreut werden, denn die Gemeinde Jerchel habe ihren ausstehenden Anteil an der Finanzierung des Kindergartens bezahlt.

Kurz vor Weihnachten hatten Jercheler Eltern, deren Kinder im Hollerbusch betreut werden, die Kündigung erhalten, weil die Gemeinde ihren Anteil seit September nicht bezahlt hatte. Bürgermeister Roger Schmid hatte dies mit fehlenden Dokumenten begründet, die laut Freist aber längst vorgelegen hätten.

Die Eltern zeigten sich schockiert über die Kündigung ihrer Verträge, mussten sie doch innerhalb kürzester Zeit einen neuen Betreuungsplatz für ihre Kinder finden. Unter anderem machten sich Zukunfts- und Existenzängste breit, weil für sie die Berufstätigkeit in Frage stand, wenn sie keinen Kindergartenplatz für ihre Kinder gefunden hätten. Freist selbst hatte den von der Kündigung betroffenen Eltern eine Liste mit Kontaktdaten von Kindertagesstätten in der Umgebung ausgehändigt.

Kurz vor Weihnachten lenkte Bürgermeister Roger Schmid dann aber nach öffentlichem Druck der Eltern ein und bezahlte die noch ausstehenden Gemeindeanteile.

Seit dem 1. Januar ist die Stadt Gardelegen zuständig, die bereits angekündigt hatte, die Gemeindeanteile für die Finanzierung des Kindergartens zu zahlen. Freist sagte, die Stadt sei seit der Eröffnung in das Projekt einbezogen worden, und es sei auch klar gewesen, dass Gardelegen ab Januar zahlen würde. Ob die Stadt jedoch auch die ausstehenden Kosten der Gemeinde Jerchel übernehmen würde, sei nicht klar gewesen, "da wollte man sich nicht aus dem Fenster lehnen", sagte Freist. Deshalb zog der Trägerverein – Freist ist zweite Vorsitzende, ihr Vater Friedrich-Wilhelm Giggel Vorsitzender – die Konsequenz, die Betreuungsverträge für die Jercheler Kinder zu kündigen. Die Eltern wendeten sich daraufhin an die Öffentlichkeit.

Freist betonte gestern noch einmal, dass sie keine andere Möglichkeit gesehen habe, als die Verträge zu kündigen. Die Eltern seien über die Kündigung der Verträge informiert gewesen. Ursprünglich sollten die Verträge bereits im November gekündigt werden, sagte Freist, woraufhin die Eltern sich bereits mit der Bitte an die Gemeinde gewendet hätten, die ausstehenden Beiträge zu zahlen. "Dann haben wir gesagt, wir nehmen den Dezember als Gnadenfrist noch dazu", sagte Freist.

Der Hauptamtsleiter der Stadt Gardelegen, Klaus Richter, sagte gestern, es habe keine Anfrage der Jercheler Kita hinsichtlich einer Kostenübernahme des Jercheler Betreuungskostenanteiles durch die Stadt Gardelegen gegeben.