Die Wernitzer Orgel ist umfangreich repariert worden und soll am 23. Januar ab 17 Uhr eingeweiht werden. Dazu findet ein musikalischer Gottesdienst mit Kantorin Natalia Gvodzkova statt, informierte Pfarrer Albrecht Warweg. Bei dem Instrument handelt es sich um eine Orgel aus dem Jahr 1879.

Wernitz. Die Tastatur war bereits etwas uneben, der Blasebalk undicht und zahlreiche Drähte – im Fachjargon Abstrakte genannt – in der Konstruktion waren durchgerostet. Und wenn die Wernitzer Orgel gespielt wurde, wurde die Musik von Klappergeräuschen begleitet. Das gab für die Mitglieder der Vereinigten Kirchengemeinde Solpke den Ausschlag, die Wernitzer Orgel reparieren zu lassen.

Inzwischen sind die Reparaturarbeiten abgeschlossen, berichtete Pfarrer Albrecht Warweg auf Nachfrage. Die Reparatur hat zirka 4200 Euro gekostet, wobei sich die Landeskirche, der Kirchenkreis und die Kirchgemeinde die Kosten dafür teilten. Zur Reparatur gehörte auch die Reinigung der Orgel.

Die Wernitzer Orgel wurde 1879 vom Stendaler Orgelbaumeister Voigt errichtet, berichtete Warweg aus der Geschichte des Instruments. Voigt stattete das Instrument mit 306 Pfeiffen und sechs Registern aus. "Sie hat damals 600 Mark gekostet", berichtete Warweg von den Kosten für das Instrument. Würde die Gemeinde heute eine Orgel dieser Größe kaufen wollen, wäre das um ein Vielfaches teurer.

"Wenn der Strom ausfällt, stellen wir eine Kerze auf und können trotzdem spielen"

Im Ersten Weltkrieg verstummte das Instrument, denn für Rüstungszwecke wurde es seiner Pfeifen beraubt, die eingeschmolzen wurden. Zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg wurden die Pfeifen dann aber wieder erneuert, so dass die Wernitzer Orgel wieder erklingen konnte. Was im Zweiten Weltkrieg mit der Orgel geschah, sei unbekannt, so Warweg. Aber Ende der 1940er Jahren seien alle sichtbaren Pfeifen erneut saniert worden.

Orgeln werden mit Luft gespeist, die dann durch das Anschlagen der Tasten die Pfeifen zum Klingen bringt. Bis in die 1980er Jahre wurde die Wernitzer Orgel mechanisch mit dem Fuß belüftet. Beim Umbau der Wernitzer Kirche in den 1980er Jahren wurde die Belüftung auf elektrischen Betrieb umgestellt. Der mechanische Betrieb des Gebläses war nicht mehr möglich.

Das hat sich mit der Reparatur der Orgel nun wieder geändert. Die Orgel kann sowohl mit Strom als auch mit dem Fuß belüftet werden. "Wenn der Strom ausfällt, stellen wir eine Kerze auf und können trotzdem spielen", sagte Warweg im Hinblick auf den Stromausfall in vielen Orten zu Weihnachten.

Auch wenn die Orgel vor der Reparatur noch bespielt werden konnte, soll sie am Sonntag, 23. Januar, nach der Sanierung wieder eingeweiht werden. Deshalb findet ab 17 Uhr in der Wernitzer Kirche ein musikalischer Gottesdienst mit Kantorin Natalia Gvodzkova statt, zu dem Warweg Interessenten einlädt. Die Kantorin habe bei Recherchen Dokumente gefunden, in denen beschrieben sei, wie Orgeln eingeweiht werden. Nach der Anleitung in diesen Dokumenten soll dann auch der Gottesdienst zur Orgeleinweihung ablaufen, berichtete der Pfarrer, der sich auf viele Besucher freut.