Manches wird sich ändern, vieles aber auch beim Alten bleiben. Über Organisatorisches, Technisches und Finanzielles innerhalb der Feuerwehren der neuen Gemeinde informierten Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs und Stadtwehrleiter Wolfgang Hein die Ortswehrleiter der 18 neuen Ortsteile der Hansestadt.

Gardelegen. Bürgermeister Konrad Fuchs hatte als oberster Dienstherr der Feuerwehren eingeladen, die Details hatte aber natürlich Gardelegens Stadtwehrleiter Wolfgang Hein parat. Kürzlich begrüßten beide die Leiter jener Ortswehren, die seit Jahresbeginn neu zur Stadt gehören.

"Die Beteiligung war sehr gut", das Interesse groß, lobte Hein gestern im Gespräch mit der Volksstimme. "Schließlich müssen ja nun auch alle erstmal klarkommen mit der neuen Situation."

Denn einiges wird sich ändern. Unter anderem auch finanziell. Aber das nicht unbedingt zum Nachteil der neuen Kameraden. Seit dem 1. Januar werden – die entsprechende Stadtratsentscheidung vorausgesetzt – nämlich auch die Einsatzkräfte der Ortswehren der zwangseingemeindeten Ortschaften ein sogenanntes Einsatzgeld erhalten. Zurzeit liegt es bei 10 Euro für die aktiv am Einsatz beteiligten Feuerwehrleute und bei 5 Euro für jene, die nach der Alarmierung einsatzbereit seien, sich aber nicht unmittelbar an den Lösch- Rettungs- oder Bergungsaktionen zu beteiligen brauchten. Voraussetzung sei allerdings eine abgeschlossene Grundausbildung, so Hein.

Welche der Wehrmitglieder eine solche besitzen, wie überhaupt die Mitgliederzahlen und deren Ausbildungsstatus in den 18 Ortswehren aussehen, darüber müssen die Wehrleiter die Stadt nun auch schriftlich informieren. "Das ist jetzt erst einmal viel Schreibarbeit", weiß Wolfgang Hein. Die allerdings müsse sein, um eine Übersicht über die Lage zu bekommen, und auch, um die Unfallversicherung abzugleichen.

Auf das Einsatzgeld hätten seine Kollegen aus den Ortschaften übrigens recht unterschiedlich reagiert, so Hein. "Die meisten haben sich gefreut." Aber es habe auch kritische Stimmen mit dem Tenor gegeben, dass "die Feuerwehrarbeit ja eigentlich eine feiwillige und ehrenamtliche Sache ist".

Das Einsatzgeld sei aber natürlich auch keine Bezahlung, betonte der Stadtwehrleiter. "Die Arbeit, die Einsatzbereitschaft der Kameraden ist ohnehin nicht mit Geld aufzuwiegen". Gedacht sei das Einsatzgeld vielmehr als Ausgleich, "zum Beispiel für Spritkosten".

Zudem falle der Betrag für viele Feuerwehrleute ja auch kaum ins Gewicht. Bei Mitgliedern großer Ortswehren, wie der Gardeleger Feuerwehr mit 153 Einsätzen allein im vergangenen Jahr, sei das Einsatzgeld natürlich schon eine Größe. "Wenn ich aber zum Beispiel meinen Kollegen Torsten Mekelberger (Ortswehrleiter in Algenstedt) sehe mit zwei Einsätzen im Jahr, dann ist das keine große Summe."

Hein empfiehlt seinen Kollegen deshalb auch, das Einsatzgeld als kleine moralische Anerkennung für ihren Dienst zu sehen.

Die freiwillige Aufwandsentschädigung für die ehrenamtliche Arbeit bei der Feuerwehr – ebenfalls vorausgesetzt der Zustimmung im Stadtrat – erhalten von nun an auch alle Führungskräfte der neuen Ortswehren von der Stadt Gardelegen. So sollen die Ortswehrleiter laut der Beschlussvorlage, die der Stadtrat am 31. Januar auf dem Tisch haben wird, in Zukunft mit 100 Euro, deren Stellvertreter und Jugendwarte mit 50 Euro monatlich entschädigt werden. Vorausgesetzt die Wehr verfügt über mindestens 18 aktive Kameraden, die Jugendwehr über mindestens 15 Mitglieder.

Für Wehren mit kleinerer Einsatzstärke sind Entschädigungen von 50 und 25 Euro für den Leiter, beziehungsweise seinen Vize und den Jugendwart vorgesehen.

Auch diese Sätze übersteigen vermutlich die bisher von den einzelnen Gemeinden geleisteten Entschädigungen an die Kameraden, meinte Hein. Diese hätten zudem bislang stark differiert. "Es gab Dörfer, die haben ihrem Wehrleiter 20 Euro gezahlt."

Ein weiteres Thema, das Hein ansprach, war schließlich die Technik, die derzeit in den Gerätehäusern steht – in der Vergangenheit ein viel diskutiertes Thema. Doch auch hier gebe es eine klare Leitlinie, so Hein: "Generell gilt, dass erst einmal alles da bleibt, wo es ist." Er wisse natürlich auch, dass "an manchem Auto Persönliches dranhängt, oft viel Fleiß im Erhalt der Fahrzeuge steckt". Möglicherweise trenne sich aber irgendwann "die Spreu vom Weizen", zumindest, wenn im Ort keine Bereitschaft mehr da sei, die Wehr weiter zu erhalten.

Wie viele andere sei aber auch das allein eine Entscheidung, die die Wehren selbst zu treffen hätten. "Da muss nicht einer aus der Stadt kommen und ihnen Vorschriften machen."