Er sieht nicht aus wie ein typischer Mäzen, sondern wie der nette Herr von nebenan. Dennoch hat Werner Preuschhof mithilfe seiner Stiftung schon sehr viel Geld in soziale Projekte gesteckt. So auch in Kalbe. Und dort überzeugte er sich vor wenigen Tagen persönlich vom Einsatz dieser Mittel.

Kalbe l "Wir kennen alle unsere Projekte", sagt Werner Preuschhof und lehnt sich lächelnd zurück. Gerade ist der Gründer der nach ihm benannten Hamburger Stiftung mit dem Fahrrad aus Hohenwulsch angereist. Bis dorthin war er mit dem Zug gefahren.

Nicht nur Thomas von Glahn, der den netten Herrn in Kalbe in Empfang genommen hat, findet das bemerkenswert. Denn wenn Preuschhof mit der Nobelkarosse gekommen wäre, hätte es auch gepasst. Schließlich ist der Mann nicht gerade arm und steckt mithilfe seiner Stiftung jedes Jahr rund 300000 Euro in soziale Projekte. Das allerdings ist dem Hamburger viel wichtiger als das Herzeigen irgendwelcher Statussymbole.

Auch nach Kalbe ist schon Geld der Preuschhof-Stiftung geflossen. Und zwar in die Aktion "Körbe gegen Gewalt", zu der das jährliche Streetballturnier auf dem Kulturhausplatz gehört. Über dieses Projekt der Awo-Tagesgruppe und des VfL Kalbe werden sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche an den Basketballsport herangeführt. Und genau solche Kinder und Jugendlichen will die Preuschhof-Stiftung fördern. "Wir selbst haben zwei gesunde und gut ausgebildete Kinder. Und wir sind dafür sehr dankbar", sagt der ehemalige Mitinhaber einer Computerfirma von sich und seiner Ehefrau Angelika. Gemeinsam mit ihr hat sich Werner Preuschhof deshalb im Jahr 2001 entschieden, das Geld, das beim Verkauf seiner Firmenanteile angefallen ist, in eine Stiftung zu stecken. "Seither haben wir etwa 150 nationale und internationale Projekte gefördert", wobei in jedes zwischen 2000 und 30000 Euro geflossen seien, sagt Werner Preuschhof. Und auch nach Kalbe hat er wieder 2000 Euro mitgebracht.

1500 Euro hatte Tagesgruppen- und Basketballsektionsleiter Thomas von Glahn allerdings nur beantragt, um damit die farbliche Neugestaltung der Sportgeräte-Container an der Turnhalle zu finanzieren. Der Stifter indes ist von 2000 Euro ausgegangen und will die restlichen 500 Euro nun auch nicht wieder mit nach Hause nehmen. Doch von Glahn hat natürlich gleich eine Idee, was mit dem Geld passieren könnte. Die weibliche U17-Mannschaft der VfL-Basketballsektion will nämlich kurz darauf zur Deutschen Jugendmeisterschaft nach Berlin fahren. Und dank der 500 Euro der Preuschhof-Stiftung könnten die Mädchen und ihre Betreuer auch dort übernachten und sich so besser auf die Spiele vorbereiten. Der Sponsor sagt spontan ja.

Am Ende reicht es für die VfL-Mädchen für Platz fünf. Da ist Werner Preuschhof aber längst wieder zu Hause in Hamburg - und fühlt sich selbst beschenkt. Denn das ist für ihn die Intention seines Stifter-Daseins.