Ein eingestürztes Dach, ein Konfetti-Anschlag und ein Rekordvolleyballturnier - hinter den Mitgliedern des Fördervereines Potzehner Freibad liegt ein aufregendes Jahr. Dass es trotz des kühlen Sommers auch ein finanziell erfolgreiches war, fand Kassenwart Peter Kapahnke heraus.

Gardelegen l "Aufregend" sei es gewesen, das vergangene Jahr. Dennoch könnten alle stolz sein auf das Erreichte, fand Claudia Plock. Und der Rückblick auf die vergangene Saison, den sie am Freitagabend während der Sitzung des Fördervereines Potzehner Freibad hielt, gab der Vereinschefin recht. Denn alle hatten mit angepackt. Allein 600 Arbeitsstunden hatten die Vereinsmitglieder geleistet. Plock erinnerte an die "Hau-Ruck-Aktion" im März und April, als Helfer "an fast jedem Wochenende" angepackt hatten, um das eingestürzte Dach des Pavillons wieder aufzustellen. An einem einzigen Tag hatten viele Hände das große Becken gestrichen, zudem sei das Volleyballfeld, auch dank einer Spende des Rotary-Clubs, erneuert worden. Darauf hatte in diesem Jahr ein Volleyballturnier mit rekordverdächtigen zehn teilnehmenden Mannschaften stattgefunden.

Plocks Dank ging deshalb noch einmal an alle, die in irgendeiner Form mit angepackt hatten, an jene, die nach dem Konfetti-Anschlag im Juni aufräumten und natürlich auch an alle Spender. Immerhin 1826,45 Euro seien 2014 eingegangen. Zudem gab es Sach- und Materialspenden in Höhe von rund 700 Euro. "Und wir haben durch unsere Arbeit am Dach des Pavillons eine Wertsteigerung von rund 40000 Euro geschaffen", bezifferte sie stolz.

Mit den guten Nachrichten ging es sogar noch weiter: "Potzehne ist das einzige Bad, das in diesem Jahr die Haushaltszahlen übererfüllt hat", verkündete im Anschluss an den Jahresrückblick Peter Kapahnke, seines Zeichens Vorstandsmitglied und Kassenwart des Fördervereines Potzehner Freibad.

"Allein 46000 Euro im Jahr müssen wir alle nur zur Miester Sauna zuschießen."

Peter Kapahnke, Kassenwart, Förderverein Potzehner Freibad

Er hatte sich einmal die Mühe gemacht und genau nachgerechnet. Das Ergebnis legte er am Freitagabend den Vereinskollegen vor: So seien 12000 Euro Einnahmen im Haushaltsplan veranschlagt worden, 15095 Euro seien aber tatsächlich eingenommen worden, darauf könnte man, insbesondere angesichts des kühlen Sommers, stolz sein, betonte Kapahnke. Und dabei sei noch nicht einmal der Zuschuss der Calvörder Nachbarn berücksichtigt, die ja ebenfalls mindestens 3000 Euro zugesagt hätten.

Das "haushaltstechnisch positive Ergebnis" ließ Kapahnke indes nicht unverglichen im Raum stehen. Er hatte weiter gerechnet und auch noch die Ausgaben dagegen gesetzt. Diese lagen laut Kapahnke bei 53539,72 Euro. "Das sind die realen Zahlen, die sind für uns entscheidend", erläuterte er. "Der Kämmerer hat zwar 70233 Euro ausgerechnet", da seien aber zum Beispiel auch Abschreibungen und Zinsen oder die anteiligen Kosten der Rasenpflege berücksichtigt. Die hatte Kapahnke außen vor gelassen, die gleiche Rechenweise werde schließlich bei den beiden anderen Bädern im Einheitsgemeindegebiet angewandt und so der "Wirtschaftlichkeitsfaktor" - nämlich "Ausgaben geteilt durch Einnahmen" - ermittelt. Und da liege Potzehne unangefochten an der Spitze. Der Quotient liege in Potzehne bei 2,95, bezifferte er. Gardelegen erreiche mit seinem Freibad dagegen den Wert von 3,75 und Zichtau gar von 17,9.

"Zichtau müsste doch eigentlich viel billiger sein als wir. Das ist doch ein Naturbad."

Peter Kapahnke, Kassenwart, Förderverein Potzehner Freibad

Sein Resümee: "Unter der Berücksichtigung, dass ein Bad nie wirtschaftlich sein kann, ist unser Bad das wirtschaftlichste und läuft von allen am besten."

Dafür, und natürlich auch für die aufwändige Rechenarbeit, gab es Applaus von den Vereinskollegen.

Um das Ergebnis weiter zu untermauern, zog Kapahnke noch eine andere defizitäre Einrichtung zum Vergleich heran, nämlich die Sauna im stillgelegten Miester Freibad: Die koste die Kommune im Jahr satte 46600 Euro, bezifferte er. "Das ist das Defizit. Das müssen wir alle nur für diese Sauna zuschießen." Und auch das Freibad in Zichtau bekam einen Seitenhieb vom Potzehner Kassenwart: "Zichtau müsste doch eigentlich viel billiger sein als wir", wunderte er sich. Denn das Waldbad sei doch schließlich ein Naturbad und bräuchte gar keine teuren chemischen Zusätze wie die Becken in Zienau oder Potzehne. Und "selbst wenn wir die Algenproblematik berücksichtigen, die sie ja seit Jahren da haben: So weit dürfen die Zahlen nicht auseinanderliegen".

Alles in allem: "Wenn es in Potzehne geht, sollte es in anderen Bädern doch auch gehen", befand Kapahnke.