Wie schwierig es ist, Personal zu finden, stellt zurzeit das Landesschulamt fest. Gleich drei Schulleiter-Stellen in der Hansestadt werden im Sommer frei. Verbindliche Nachfolger stehen gut vier Monate vor Beginn des neuen Schuljahres noch nicht fest.

Gardelegen/Jävenitz l Unruhige Zeiten sind es seit einigen Jahren in der Grundschullandschaft in Gardelegen. Erst die Schließung der Solpker Grundschule, nun das schon fast zwei Jahre dauernde Theater um die mögliche Schließung der Estedter Grundschule, wo eine endgültige Entscheidung noch aussteht.

Eine Bewerberin für zwei Schulen

Doch es stehen weitere Änderungen in diesem Jahr an, zumindest personeller Natur. Denn mit Renate von Kleist (Reutter-Grundschule), Jutta Gadau (Goethe-Grundschule) und Gerhard Müller (Jävenitz) werden drei Schulleiter im Sommer ihre berufliche Tätigkeit beenden. Und: "Für keine der drei genannten Grundschulen besteht gegenwärtig bereits eine verbindliche Nachfolgeregelung", teilte Silke Stadör vom Landesschulamt in Halle auf Anfrage mit.

Und ganz offensichtlich ist es für das Landesschulamt auch nicht einfach, Nachfolger zu finden. "Die Stelle des Schulleiters der Otto-Reutter-Grundschule wurde bereits vier Mal ausgeschrieben", teilte Stadör mit. Die aktuelle Bewerbungsfrist endet am heutigen Freitag.

Für die Goethe-Grundschule und die Jävenitzer Grundschule ist die Ausschreibungsfrist bereits beendet, für beide Stellen gibt es die gleiche Bewerberin. Das Auswahlverfahren sei jedoch noch nicht beendet, so Stadör. Doch eines steht damit schon fest: Entweder bekommt die Goethe-Grundschule zum 1. August eine neue Leiterin oder aber die Jävenitzer.

Bei der Reutter-Grundschule werde eine Besetzung zum 1. August angestrebt. Laut Stadör werde es nach gegenwärtigem Kenntnisstand eine schulinterne Bewerbung der Reutter-Grundschule geben.

Die unbesetzten Schulleiterstellen werden laut Stadör wiederholt ausgeschrieben. Außerdem würden die schulfachlichen Referenten gezielt potenzielle Kandidaten ansprechen und "motivieren, sich zu bewerben", sagte die Landesschulamt-Sprecherin.

Für den Zeitraum eines Nachbesetzungsverfahrens, wie es im Fall der Goethe- oder der Jävenitzer Grundschule der Fall sein wird, "werden kommissarische Schulleitungen bestellt". Das könnten Kollegen der betreffenden Schule oder Schulleitungen benachbarter Schulen übernehmen. Wie lange so eine kommissarische Lösung andauere, hänge von der Notwendigkeit ab. "Normalerweise werden kommissarische Vertretungen zeitlich befristet und nur übergangsweise eingesetzt", sagte Stadör, ohne konkret einen Maximalzeitraum zu nennen.

Das grundsätzliche Problem brachte die Sprecherin in einem Satz auf den Punkt: "Es ist zurzeit wirklich schwierig Personal für den ländlichen Raum, wie etwa Gardelegen, zu finden."