Der Schülerverkehr, organisiert durch die Personenverkehrsgesellschaft (PVGS) des Kreises, war zentrales Thema einer Versammlung des Stadtelternbeirates am Mittwochabend im Hort der Miester Grundschule. Zu Gast waren dazu Geschäftsführer Ronald Lehnecke und seine Mitarbeiterin Diana Woll.

Gardelegen/Mieste l 118 Mitarbeiter, zwei Verkehrshöfe in Gardelegen und Salzwedel, 60 Busse und 25 kleine Busse, 4,2 Millionen Linien-Kilometer und 5,2 Millionen Rufbus-Kilometer jährlich, 4500 Fahrschüler täglich, über drei Millionen Beförderungsfälle jährlich - das sind einige Eckpunkte der PVGS des Kreises mit Sitz in Salzwedel, stellte PVGS-Geschäftsführer Ronald Lehnecke am Mittwochabend in einer Versammlung des Stadtelternbeirates das kommunale Unternehmen vor. Die PVGS arbeite dabei mit sieben Partnerunternehmen zusammen, die in etwa genausoviele Busse wie die PVGS im Einsatz hätten. 46 Schulen werden bedient. Dazu kommen 14 weitere Schulen in Nachbarkreisen.

Sehr gut entwickelt habe sich das Rufbussystem. Seien es anfangs nach der Einführung des neuen Systems 2007/2008 nur 2700 Fahrgäste gewesen, seien es heute jährlich 83000 Fahrgäste, die dieses Angebot nutzen, sagte Lehnecke. Bei den Rufbussen seien ebenfalls die privaten Partnerunternehmen eingebunden.

Auf Anfrage von Oliver Stegert vom Stadtelternbeirat ging Lehnecke auch auf das Thema Haltestelle an den Kellerbergen ein. Dort war ein Erstklässler bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Man habe den Eindruck, dass die Aktivitäten hinsichtlich einer besseren Sicherung der Haltestelle etwas eingeschlafen seien, sagte Stegert.

Wendeschleife oder Versetzen der Haltestelle

Die PVGS sei nur für die Haltestellenschilder an Haltestellen zuständig. Für die Haltestelle Kellerberge zeichne die Stadt und die Landesbaubehörde Nord verantwortlich. Es habe dort auch mehrere Begehungen gegeben. Es sei aus Platzgründen nicht möglich, mit Bussen in das Wohngebiet hinein zu fahren. "Wir würden auch nicht gefahrlos wieder aus dem Gebiet herauskommen", so Lehnecke. Die PVGS habe vorgeschlagen, eine Wendestelle zu bauen oder die Haltestelle zu versetzen.

Kritik äußerte Beiratsmitglied Simone Striewski, dass ihrer Ansicht nach in den Bussen zuviele Schüler, vornehmlich Grundschüler, stehen müssten. Es müsse geregelt werden, dass zumindest die Jüngsten einen Sitzplatz hätten, eventuell über Schulbusbegleiter.

Die meisten Busse hätten 40 bis 50 Sitzplätze und ebenso viele Stehplätze. Die Busse dürften bis zu 90 Prozent ausgelastet sein. "Wenn 10 bis 15 Kinder stehen, ist das immer noch zulässig", so Lehnecke. Es sei auch nicht zu verhindern, dass es Linien gebe, wo Fahrschüler umsteigen müssten, wobei das im Grundschulbereich möglichst vermieden werden soll. Aber auch da gebe es Ausnahmen. "Wir sind ein Flächenkreis fast so groß wie das Saarland. Das Saarland hat etwa eine Million Einwohner und wir 86000", sagte Lehnecke. Das sei schon eine besondere Herausforderung für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).

Die vorgeschriebenen Beförderungszeiten für den Schülerverkehr würden eingehalten. Diese liegen für Grundschüler bei 30 Minuten, für Sekundar- und Förderschüler bei 60 Minuten.

Ein Problem seien immer wieder fehlende Schülerfahrkarten. Schüler sollten sich bei den Busfahrern melden und sich Ersatzfahrscheine ausstellen lassen. Schwarzfahren sei kein Kavaliersdelikt, sondern sei vor allem auch eine Versicherungsfrage. "Ins Kino kommt auch keiner ohne Kinokarte hinein", so Lehnecke. Eltern sollten ihre Kinder entsprechend unterrichten.

Verhaltensregeln beim Bustraining

Versichert seien die Schüler während der Busfahrt und dann wieder auf dem Schulgelände. Für den Weg vom Zuhause zur Bushaltestelle und von der Haltestelle zur Schule seien die Eltern verantwortlich. "In diesem Zusammenhang gibt es immer wieder Diskussionen mit der Haltestelle am Volkshaus in Gardelegen", so Lehnecke. Aber dort gebe es einen Fußgängerschutzweg. "Den nutzt allerdings kaum jemand. Da sind aber die Eltern zuständig, dass ihre Kinder diesen Wegen nutzen", stellte Lehnecke klar.

Die Eltern seien auch gefragt, wenn es um das richtige Verhalten im Bus geht, betonte Lehnecke. Sollte es Probleme geben, sollten sich Eltern sofort mit der PVGS in Verbindung setzen. Das Unternehmen biete auch ein Bustraining für Schulen zum richtigen Verhalten in Bussen und an Haltestellen an.