Alfred Lötge ist weiterhin Vorsitzender des Kakerbecker Heimat- und Kulturfördervereins. Wie auch die anderen Vorstandsmitglieder wurde er am Freitagabend einstimmig gewählt. Während der Versammlung ging es zudem um künftige Vorhaben des Vereins.

Kakerbeck. Die Vorstandswahl war eine Sache von wenigen Minuten. Denn die zufriedenen Vereinsmitglieder sprachen den bisherigen Vorstandsmitgliedern, die sich erneut zur Wahl stellten, in offener Abstimmung ihr Vertrauen aus. Veränderungen gibt es dennoch, weil zwei der bisherigen Vorstandsmitglieder aus Alters- und gesundheitlichen Gründen nicht mehr kandidierten: Otto Beckmann, bisher stellvertretender Vereinsvorsitzender, und Manfred Wienecke, der einer der Beisitzer war. Darum wird der Vorstand nur noch acht statt bisher zehn Mitglieder haben.

Alfred Lötge bedankte sich bei den beiden scheidenden Vorstandskollegen, die dem Verein aber weiterhin treu bleiben werden. Besonders für Otto Beckmann hatte Lötge viele lobende Worte, denn ohne ihn hätte es den Kakerbecker Heimat- und Kulturförderverein sicher nicht gegeben. Gegründet worden war der Verein 1999 als Glockenförderverein, der sich für die Glocken und die elektrische Anlage in der Kirche engagierte. Als nach sechs Jahren der Vereinszweck erfüllt war, wurde die Satzung geändert und damit der Heimat- und Kulturförderverein geschaffen.

Nach der Wahl vom Freitagabend wird der Verein auch künftig von Alfred Lötge als Vorsitzendem geleitet. Zu seiner Stellvertreterin wurde Brigitte Stockfisch gewählt, die seit Jahren als Beisitzerin im Vorstand aktiv war. Kassenwart bleibt Holger Pleske, als Schriftführerin ist weiterhin Wilma Schulz aktiv. Im Vorstand arbeiten zudem Helmut Lüdecke, Pfarrer Dieter Borchert, Bernd Rieke und Werner Beckmann mit.

Vor der Wahl blickte Alfred Lötge auf die Vereinsaktivitäten der Jahre 2009 und 2010 zurück. "Der Verein hat sich bisher tapfer geschlagen", sagte er. Zu den Aktivitäten gehörten zum Beispiel Arbeiten an den Kriegerdenkmalen. Im Sommer vergangenen Jahres wurden die Namen am Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges neu ausgemalt. Das Denkmal war um 1930 errichtet worden, "und die Namen waren nur noch schlecht zu erkennen", so der Vorsitzende. Aktiv eingebracht haben sich die Vereinsmitglieder aber auch in den Aktionstag des MDR im Mai 2009. Unter anderem kümmerten sich die Frauen aus dem Verein um das Frühstück und um Kuchen.

Für die Zukunft gab Alfred Lötge die Richtung vor: "Wir müssen wieder mehr unternehmen." Das könnten Teilnahmen an Veranstaltungen ebenso sein wie Tagesfahrten. "Die erste dringende Aufgabe ist aber die Einrichtung eines Heimatraumes", so Lötge. Schon mehrfach war dies vorgeschlagen worden. Unter anderem sollen in diesem Raum alte Fotos ausgestellt werden. "Die Sammlung historischer Bilder kann ein lohnendes Ziel sein. Da ist eine große Angriffsmöglichkeit gegeben", sagte der Vorsitzende. Schatzmeister Holger Pleske nutzte die Zusammenkunft zum Aufruf, alte Fotografien für die Sammlung zur Verfügung zu stellen. Zumindest für kurze Zeit, denn wenn die Aufnahmen digitalisiert worden sind, dann bekommen die Besitzer ihre Fotos zurück. Holger Pleske kündigte an, während einer der nächsten Zusammenkünfte des Heimat- und Kulturfördervereins schon mal einige der historischen Aufnahmen zu zeigen, die er bereits zusammengetragen hat.

Auch Helmut Lüdecke machte einen Vorschlag für künftige Aktivitäten. "Vielleicht könnten wir als Vereins uns am Karnevalsumzug beteiligen", sagte er und bekam dafür viel Zustimmung. Im Kakerbecker Umzug könnte der Verein heimatgeschichtliche Themen darstellen. Die Mitglieder wollen nun Ideen zusammentragen, wie so eine Teilnahme konkret aussehen könnte.

Vielleicht wäre der Hopfenanbau und seine Tradition ein Thema. Anregungen dazu gab es gleich zu Beginn der Mitgliederversammlung von Bernhard Schulze, der Mitglied im Kalbenser Kultur- und Heimatverein ist. Nach einigen einleitenden Ausführungen zur Geschichte der Stadt Kalbe, zu der Kakerbeck seit der Eingemeindung ja auch gehört, ging es in dem Vortrag um das sogenannte Hopfendreieck zwischen Vinzelberg, Gardelegen und Kakerbeck. Vor mehr als 150 Jahren erlebte der Hopfenanbau in der Region seine Blütezeit. Schulze beleuchtete die historisch-wirtschaftlichen Etappen, die der Gegend Wohlstand gebracht haben. Gewürzt mit Zitaten, Sagen und Anekdoten berichtete der Hobbyhistoriker über den Anbau und die Ernte des Hopfens. Die begann immer an 24. August, dem Bartholomäustag. Dann ruhten alle anderen landwirtschaftlichen Arbeiten. Um die Ernte zu schaffen, kamen sogar Saisonarbeiter aus Ost- und Westpreußen. Gearbeitet wurde von Sonnenauf- bis -untergang, berichtete der Kalbenser. Agenten kamen sogar aus Nürnberg und Fürth in die Altmark, um Hopfen aufzukaufen. Bernhard Schulze berichtete aber auch über die Verarbeitung des Hopfens und das Bierbrauen. Für Kalbe sei die Braugeschichte am Ende mit dem Namen Kummert verbunden gewesen. Diese Brauerei stellte 1964 die Produktion ein - was viele wegen der Qualität des Bieres bedauert hätten, so Schulze.

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