Um kulturelle Vielfalt in einer Welt ging es gestern Vormittag während eines Projekttages der Zweitklässler der Goethe-Grundschule im Schullandheim. Dabei lernten die Kinder Sprache, Musik und Speisen entfernter Länder kennen -nicht nur theoretisch, sondern mit viel Praxis.

Gardelegen. Der Name ist für die Schüler zu schwierig, darum stellt Janet Warda ihr Gebäck als "deutschen Raffaelo" vor. Die Mädchen und Jungen greifen gern zu, denn das Nussgebäck schmeckt lecker. Später zum Mittagessen gibt es dann Reis mit Dill und dicken Bohnen, dazu Hähnchen-Nuggets. "Ein typisches Gericht, das im Irak einmal pro Woche gegessen wird", erzählt Norvart Vartanians. Zusammen mit Janet Warda kocht sie die Speisen. Danach übernimmt Ameyo Aka, die aus Togo stammt, die Arbeit am Herd. Sie macht für die Schüler landestypische Pfannkuchen, ein süßes, in Öl gebackenes Teiggebäck. Gemeinsam lassen sich die Goethe-Grundschüler und ihre Begleiter die exotischen Speisen dann zum Abschluss des Projekttages schmecken.

Zuvor hatten Ameyo Aka über die Kultur in Togo und Anan Naom, Janet Wardas Mann, über den Irak gesprochen, hatten Bilder gezeigt und mit den Kindern geübt, ihre Namen mit den unbekannten Buchstaben der fremden Sprachen zu schreiben. Dazu hatten sich die 24 Schüler der Klasse in zwei Gruppen aufgeteilt. Nachdem sich die Gruppe, die sich mit dem Irak beschäftige, mit einem Bauchtanz aufgewärmt hatte, versammelte sich die gesamte zweite Klasse zum Tanzen und Musizieren. Dazu bekam jeder Schüler eine selbstgebaute Trommel. Schullandheim-Mitarbeiter Uwe Weber hatte die Idee, aus einer massiven Papprolle und Luftballons kleine Trommeln zu basteln. Singend und die Trommeln schlagend zogen die Kinder durch das Schullandheim. Die Schüler durften die Trommeln dann mit nach Hause nehmen.

Die zweite Klasse der Goethe-Grundschule beschäftigt sich schon seit einiger Zeit mit den Kulturen anderen Länder. Unter anderem war ein ehemaliger Lehrer zu Gast und hielt einen Dia-Vortrag über die Tiere, die Natur und Sehenswürdigkeiten Südafrikas.

Für das Schullandheim Gardelegen war es die erste Veranstaltung dieser Art. Heidi Adolph, die Leiterin der Einrichtung, kann sich sehr gut vorstellen, auch im Ferienprogramm einen Tag der kulturellen Vielfalt anzubieten. "Dann vielleicht einen ganzen Tag lang und auch für Erwachsene, so als Tag der offenen Tür", sagte sie. Aber auch für die Koch-Arbeitsgemeinschaft sei ein Besuch von Ameyo Aka, Janet Warda und Norvart Vartanians eine gute Idee.

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