Der Landesanglerverband hat die Wernitzer Kiesgrube gekauft. Am Wochenende wurden die Gruppen, die die Kiesgrube pflegen werden, von Reiner Leppeck, Vorstandsmitglied im Kreisanglerverband, eingewiesen.

Wernitz. "Nach zähem Ringen ist es uns gelungen, die Wernitzer Kiesgrube in die Bewirtschaftung zu bekommen", berichtete Reiner Leppek vom Kreisanglerverband am Sonnabendvormittag. Der Verband hat das Gewässer von einer Firma gekauft, die dort früher Kies abgebaut hatte. Der Abbau sei bereits vor einigen Jahren abgeschlossen worden, berichtete Leppek. Das Gewässer und dessen Umgebung habe sich seither zu "einem schönen Stück Landschaft" entwickelt, das die Natur geschaffen habe.

Die Wernitzer Kiesgrube umfasst 13 Hektar Land. Neun Hektar davon sind Wasser. "Für die Altmark ist das ein sehr großes Gewässer", sagte Leppek. Aber das Gewässer sei auch sensibel. Unweit des Naturparkes Drömling gelegen, biete es Wassergeflügel Rastplatz und Rückzugsgebiete. "Es muss darauf geachtet werden, dass diese Funktion auch erhalten bleibt", sagte Leppek, der auch auf seltene Tierarten hinwies, die dort einen Lebensraum gefunden hätten.

Von Beginn an sei in den Kauf des Geländes auch die Untere Naturschutzbehörde einbezogen worden. Den Mitgliedern des Angelverbandes sei bewusst, dass auch viele Bürger aus der Umgebung ein Interesse an dem Gelände haben. Im Sommer beispielsweise werde das Gewässer zum Baden genutzt. "Das stört uns nicht", sagte Leppek. Aber ein bestimmtes Klientel, "das es mit dem Schutz von Umwelt und Natur nicht so genau nimmt", sei den Anglern nicht willkommen. In der Vergangenheit, berichtete Leppek, habe es an der Wernitzer Kiesgrube Vandalismus, Verunreinigung und Holzdiebstahl gegeben. "Damit muss jetzt Schluss sein", forderte er. Um dem Rechnung zu tragen, seien Polizei und Umweltamt ebenso wie die Fischereiaufsicht informiert, die ihre Unterstützung zugesagt hätten.

Der Landesanglerverband habe das Gelände gekauft und in die Bewirtschaftung des Kreisanglerverbandes Gardelegen gegeben. Dessen Ortsgruppen Potzehne und DRK werden das Gewässer pflegen, berichtete Leppek. Mitglieder beider Gruppen waren am Sonnabend schon einmal vor Ort.

Die Eigentumsbelange hätten Vorrang, berichtete Leppek. Gegen Badegäste sei nichts einzuwenden. Badegäste schwimmen dort aber auf eigene Gefahr, betonte er.

Eine Zone bleibt der Natur vorbehalten

Die Angler wollen das Gewässer in zwei Teile gliedern. Die Zone eins soll eine Naturschutzzone werden, Zone zwei soll die Fischereizone werden. Die Naturschutzzone dürfe nicht betreten werden, sagte Leppek. Damit die Besucher der Kiesgrube wissen, welche Bereiche des Sees wofür gedacht sind, werden im See Schilder aufgestellt. Der Vorsitzende des Ortsverbandes DRK ist Hartmut Koke. Zu seinem Ortsverband gehören 18 Mitglieder. Bastian Matthies ist Vorsitzender der Potzehner Ortsgruppe, die sieben Mitglieder hat.

Die Angelfreunde wollen zunächst den Müll entsorgen, der sich an der Kiesgrube angesammelt hat.

Das Gewässer darf jedes Mitglied des Anglerverbandes nutzen. Der Erstbesatz wird aus Karpfen, Schleie, Zander und Aal bestehen. Weißfische gebe es in der Kiesgrube ohnehin.