Wenn Motoren knattern, klingt das in Bernd Weisbachs Ohren wie Musik. Erst recht, wenn diese Motoren schon einige Jahrzehnte auf dem Metall haben. Schönere Oldies kann es für den Kalbenser nicht geben. Gestern veranstaltete er bereits zum achten Mal eine Börse für Old- und Youngtimer.

Kalbe. "Ich bin wirklich zufrieden", sagt Bernd Weisbach in der ihm eigenen Bescheidenheit. Dabei hat er allen Grund, schwer begeistert zu sein. Denn obwohl es im altmärkischen Hohengrieben eine Konkurrenzveranstaltung gibt, werden bei der Kalbenser Fahrzeugbörse für Old- und Youngtimer etwa 50 Aussteller und weit mehr als 400 Besucher gezählt.

Olaf Wagener passt am Einlass auf, dass auch jeder Gast eine kleine Spende hinterlässt. Der Erlös der Börse soll nämlich, wie in den Vorjahren auch, komplett an die örtlichen Kindereinrichtungen ausgereicht werden. Als Dankeschön drückt Wagener jedem Besucher einen original DDR-Eierstempel auf die Hand. Den hat Christian Kämpfer aus seinem Fundus gekramt. Der Güssefelder ist einer derjenigen, die jedes Jahr bei der Fahrzeugbörse vertreten sind. Er besitzt mehrere historische Zwei- und Vierräder und ist unter anderem auf seinem knatternden Hühnerschreck zu bestaunen.

Geknatter gibt es aber auch an anderer Stelle. So lässt Bernd Weisbach, der insgesamt 48 Old- und Youngtimer, die meisten aus DDR-Produktion, besitzt, zum Beispiel seinen Junkers-Gegenkolbenmotor an. Dabei handelt es sich um ein klassisches Notstromaggregat. Derweil schaut Bernd Teitge mit seiner Sport-Awo vorbei. Der Gardeleger nutzt die Kalbenser Fahrzeugbörse zur Präsentation seiner Zweiradsammlung, genau wie Maik Gereke, der zum Beispiel Berliner Roller ausstellt und der sich ein 1.-Mai-Abzeichen ans Revers gesteckt hat. Schließlich findet die Fahrzeugbörse immer am Tag der Arbeit statt.

Ganz im Gegensatz zur Hohengriebener Old- und Youngtimer-Ausstellung. Die wurde sonst immer eine Woche vorher organisiert, diesmal aber wegen des späten Osterfestes auf den Maifeiertag verlegt. Die Befürchtung von Bernd Weisbach, dass ihm diese Veranstaltung Besucher abwerben könnte, bewahrheitet sich jedoch nicht. Im Gegenteil. Mancher, der zuvor sein Fahrzeug in Hohengrieben gezeigt hat, kommt nun auf den Parkplatz am Kalbenser Profipoint.

Dort duftet es übrigens nicht nur nach Motorenöl, sondern auch nach frischem Kuchen, Gegrilltem und Erbsensuppe aus der Gulaschkanone. Denn auf die Mitwirkung der Feuerwehr-Kochtruppe kann sich Weisbach jedes Jahr verlassen.

   

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