Die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Kade fand letztmalig unter der Regie von Ortswehrleiter Roger Wenslau statt. Im Sommer wird er berufsbedingt das "Zepter" weitergeben. Sein Nachfolger wird einer der bisherigen Stellvertreter Sven Koch. Dirk Rechholtz bleibt stellvertretender Ortswehrleiter.

Kade l Die Wahl hat bereits stattgefunden, aber da die Amtszeit der bisherigen Ortswehrleitung bis zum Sommer läuft, soll der Wechsel offiziell erst am 11./12. Juli stattfinden. Dann nämlich wird die Freiwillige Feuerwehr Kade ihr 80-jähriges Bestehen feiern.

Um den Fortbestand einer stabilen, schlagkräftigen Feuerwehr braucht sich Roger Wenslau keine Sorgen zu machen. Auch die Bilanz des vergangenen Jahres fiel wieder positiv aus. Zu 20 Einsätzen sind die Kameraden ausgerückt: Zum Kellerauspumpen und zu Sturmschäden, zu einigen Waldbränden in der Umgebung, Getreidefeldbrand und Wohnungsbrand, eine Ölspur war zu beseitigen und der Polizei Amtshilfe zu leisten. Im Juni standen mehrmals Hochwasserbereitschaft und Hochwassereinsätze im Plan, und drei Kader Kameraden aus dem GSG-Zug mussten zu einem Einsatz nach Hüttermühle ausrücken.

Der letzte Einsatz, und das habe es noch nie gegeben, war am 31. Dezember, berichtete Roger Wenslau: ein ausgebrannter Baum im Park war der Grund.

Stolz ist der Ortswehrleiter auf seine Truppe auch, weil sie ohne große Vorbereitung den 2. Platz bei den Stadtmeisterschaften der Einheitsgemeinde Jerichow in Kleinwusterwitz erzielt hat. Darüber nahm die Feuerwehr Kade an etlichen weiteren Veranstaltungen teil.

Roger Wenslau hob den guten Ausbildungsstand der 20 aktiven Kameraden hervor. Er gab aber zu bedenken, dass die Einsatzbereitschaft wochentags von 6 bis 17 Uhr auch hier nicht garantiert werden könne.

Den Ausbildungsbericht gab Sven Koch, der zusammen mit Dirk Rechholtz und Björn Weßlin für die Ausbildung verantwortlich ist. Insgesamt 830 Ausbildungsstunden seien zusammengekommen, berichtete er. 16 Kameraden haben die Sollstunden erfüllt oder übererfüllt. Neben der Standortausbildung nahmen mehrere Kameraden an verschiedenen Lehrgängen teil, acht Kameraden absolvierten die Atemschutzstrecke.

Sieben Kameraden aus Kade gehören zudem der Umweltfeuerwehr des Landkreises an und nahmen auch hier noch an Ausbildungen teil.

Jugendwart René Dieckmann konnte über zwei Neuzugänge berichten, allerdings schieden auch drei junge Kameraden aus: Sie wechselten in die Einsatzgruppe. Zur Jugendfeuerwehr Kade gehören derzeit ein Mädchen und zehn Jungen. Bei den Stadtmeisterschaften hatte die Jugend aus Kade den 1. Platz errungen. Bei Ausbildung und Freizeitaktivitäten unterstützen Stellvertreter Jan Schuhknecht sowie Sebastian Wustrau den Jugendwart, und auch beim Feuerwehrverein bedankte dieser sich für die Unterstützung.

Über die Aktivitäten der Feuerwehrfrauen berichtete Jördis Koch. Zur Gruppe gehören zehn Mitglieder, die sich nicht am aktiven Dienst beteiligen, sondern die Einsatzgruppe unterstützen sowie auch das Gemeindeleben fördern.

Kurz und knapp fiel der Bericht von Friedrich Wenslau, Vorsitzender der Alters- und Ehrenabteilung, aus, dessen ungeachtet sind Kades Feuerwehrsenioren noch immer eine recht aktive Truppe, die den Jüngeren mit Rat und Tat zur Seite steht.

Ortsbürgermeister Heinz Beier dankte den Kameraden der Feuerwehr, dass sie sich neben Ausbildung und Einsätzen auch noch so fürs Gemeindeleben engagieren. "Dieses Jahr feiert ihr euer 80. Jubiläum. Dabei wird die Gemeinde euch auch tatkräftig unterstützen!"

Stadtwehrleiter Ralf Braunschweig lobte die schlagkräftige Kader Feuerwehr und betonte, dass ihm eine kleine, aber aktive und verlässliche Einsatzgruppe lieber sei als eine große, die nur auf dem Papier viele Mitglieder hat. Er lobte auch, dass Dirk Rechholtz den Lehrgang zum Verbandsführer gemacht habe. "Wir werden dieses Jahr noch jemanden zu solch einem Lehrgang schicken, denn wir brauchen die Leitungskräfte." Das habe unter anderem der Hochwassereinsatz in Wust gezeigt.

Braunschweig zählte einiges auf, was im vorigen Jahr in Kades Feuerwehr investiert wurde: Allein die neue Schere habe 3000 Euro gekostet, und der Umbau des Rettungsgeräts 1200 Euro. Die Stadt Jerichow hat die neue Drehleiter bekommen, was natürlich der größte "Happen" war. Da diese im gesamten Gemeindegebiet zum Einsatz kommen soll, werden Schritt für Schritt auch in den anderen Ortsfeuerwehren Ausbildungen an der Drehleiter erfolgen, kündigte er an.

Von der Partnerfeuerwehr Landringhausen waren diesmal mehrere Kameraden gekommen. "Es ist immer wieder schön, dass die Partnerschaft gelebt wird. Ich freue mich schon auf ein Wiedersehen zum 80. im Sommer", sagte Ortsbrandmeister Michael Borchers und fügte an: "Wenn wir keine Gründe mehr finden zu kommen, dann kommen wir eben ohne Grund!", was großen Beifall im Saal fand.

Eine große Diskussion im Anschluss gab es auch diesmal nicht, nur Hartmut Nothe äußerte noch einige Gedanken, die ebenfalls große Resonanz fanden: Er regte an, dass die Menschen in Kade wieder so zusammenfinden sollten, wie es noch vor Jahren war. So manche Veranstaltungen werden nur noch schlecht besucht - das war früher nicht so. Er freue sich, dass die Feuerwehr in diesem großen Rahmen zusammen komme, betonte er.

Beim Jubiläum im Sommer könnte es wieder gelingen, Kades Einwohner zusammen zu bekommen, denn es soll von allen Vereinen mitgestaltet werden - das jedenfalls hofft Ortsbürgermeister Heinz Beier.

Nach der Feuerwehr hatte noch der Feuerwehrverein seine Jahreshauptversammlung, der immerhin 82 Mitglieder zählt. Dazu in den nächsten tagen mehr.

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