Genthin l Etliche Anrufer haben mitgerätselt. Und die meisten hatten recht: Das Bild von 1936 zeigt das alte Genthiner Amtsgericht. Davor sieht man den kleinen Markt.

Diese Antwort hatte auch Christa Alex parat. "Die Aufnahme muss vor dem Krieg entstanden sein", sagt die Genthinerin. Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie schön das Haus bewachsen war." Auf dem Marktplatz sei außerdem oft Viehmarkt gewesen, dort wurden Tiere verkauft.

"Man sieht auch das Rathaus", sagt Inge Ruls aus Schlagenthin. Mit diesem Gebäude verknüpft sie überwiegend positive Erinnerungen: "1967 habe ich dort geheiratet und 1975 einen Westbesuch beantragt." Der wurde genehmigt und so konnte Inge Ruls ihre Tante in Hamburg besuchen.

Erinnerungen an die eigene Hochzeit wurden auch bei Brigitte Jackl aus Ferchland beim Betrachten des Bildes wach. "Das war am 1. Juni 1963, einfach ein wunderschöner Tag."

Auch Ronald Fischer erkannte das Amtsgericht sofort. Der Genthiner hat hier in seiner Kindheit viel Zeit verbracht. Nicht weil er ständig vor dem Richter saß, sondern weil seiner Mutter hier arbeitete. "Scheidungen waren ihre Hauptaufgabe."

"Heute kann man dort einen neuen Personalausweis bekommen", sagt Roswitha Faber aus Mützel und liegt richtig. Gegenwärtig befindet sich Haus B der Stadtverwaltung in dem Gebäude.

Joachim Greisner aus Genthin erinnert sich an folgende Begebenheit: "Ganz oben war mal ein Gefängnis, etwa 1950 muss das gewesen sein", so der Genthiner. "Einmal konnte man von unten eine Frau beobachten, die richtig Theater gemacht hat. Sie hat geschrieen und geschimpft. Alle Leute standen davor und haben ihr zugeschaut."

Eine Anekdote aus dem Olympiajahr 1936 konnte Willi Kersten aus Mützel erzählen: "Die Olympia-Glocke machte auf dem Weg nach Berlin Station in Genthin. Sie stand auf dem Marktplatz." Mit seinen Freunden ist der damals Zehnjährige unter die Glocke gekrabbelt und hat dagegen geklopft. Berührungen mit einer olympischen Glocke. Wer kann das schon von sich sagen? Die richtige Lösung wusste Kersten dann auch noch.

Genau wie Helga Neuber. "Da war das Gericht untergebracht", erkannte die Genthinerin sofort. Und erinnerte sich an den Rummel, der Ende der 50er Jahre auf dem kleinen Markt stattfand. "Dort bin ich zum ersten Mal Riesenrad gefahren, da war ich ungefähr acht Jahre alt."

"Gemüsehändler", ist das Stichwort, das Klaus Fricke aus Genthin zum kleinen Markt eingefallen ist. Und das es um den Markt herum früher Radrennen gab, bei denen er gern zugeschaut hat.

Die richtige Lösung wusste auch Irene Weckwerth aus Parey. "Als Kinder sind wir immer mit dem Fahrrad von Parey nach Genthin gefahren." Nicht mal eine halbe Stunde hätte das gedauert. Am Rathausplatz war ein Hof, da konnte man für 20 Pfennig das Rad abstellen, bevor es zum Bummeln ging, erinnert sich Weckwerth außerdem.

"Zu DDR-Zeiten gab es auf dem Marktplatz eine prima Bockwurst", erzählt Herbert Busse aus Altenplathow am Lesertelefon. 85 Pfennig hätte die gekostet. "Und den Senf gab es kostenlos dazu."

Alle richtigen Anworten landeten im Lostopf. Unsere Glücksfee Natalie Häuser zog den Gewinner.

Es ist Klaus Fricke aus Genthin. Er kann sich seinen Biber-Gutschein montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr in der Redaktion (Brandenburger Straße 55) abholen.

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