Etwas später als gewohnt hatte die Stadt Jerichow zum Neujahrsempfang in den "Grünen Baum" nach Brettin eingeladen. Vertreter aller Ortsteile und Feuerwehren sowie etliche Gäste hatten hier Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, zurückzuschauen, vor allem aber den Blick nach vorne zu richten.

Brettin l Die in der ehemaligen Gemeinde Brettin "geborene" Tradition des Neujahrsempfangs wird nun seit Bestehen der Einheitsgemeinde Stadt Jerichow in größerem Rahmen fortgesetzt. Brettins Ortsbürgermeister Werner Pamperin ist weiterhin der Organisator, doch ohne Bürgermeister Harald Bothe sollte der Empfang dann doch nicht stattfinden. Und der war im Januar im Urlaub - wohlverdient nach den Extra-Schichten während des Hochwassers im vergangenen Sommer.

Werner Pamperin erinnerte bei der Begrüßung an den Empfang vor einem Jahr. Da hatte er das Hotel gelobt und gesagt: "Wenn die Straße noch gebaut wird..." - dann würde alles perfekt sein. Die wurde inzwischen gebaut, und es war fast eine Jahresbaustelle. Der zum Parkplatz gegenüber beantragte Fußgängerüberweg sei aber nicht genehmigt worden. "Vielleicht hätte man den Antrag anders formulieren sollen: einen Übergang für Fledermäuse..." meinte Pamperin spitz. Denn was hier erst los sein wird, wenn in Genthin die Bundesstraße gebaut und der ganze Verkehr hier entlang umgeleitet wird - "Da können wir uns auf was gefasst machen!"

Harald Bothe blickte zunächst auch zurück: "2013 war ein interessantes Jahr. Es gab zahlreiche Baumaßnahmen, und wir hatten seit langem wieder einen ausgeglichenen Haushalt, konnten zum Jahresende sogar ein Plus von 60 000 Euro erwirtschaften!" Er bedankte sich dafür bei der Kämmerei, beim Stadtrat und auch bei den Ortsbürgermeistern, die freilich auch Einschnitte hinnehmen mussten.

"Natürlich gab es auch Probleme wegen des Hochwassers", erinnerte Bothe weiterhin. Aber es sei dank der guten Zusammenarbeit glimpflich ausgegangen für die Stadt Jerichow. "Wir hatten in Jerichow zeitweise drei Krisenstäbe: den der Stadt, einen vom Innenministerium und einen für Wust." Bothe dankte auch seinen Mitarbeitern in der Verwaltung, die während der Zeit des Hochwassers selten nur einen Zehnstundentag hatten.

"Was wird 2014?" schaute Harald Bothe anschließend nach vorn. Einige Vorhaben konnte er schon ankündigen: Für den Ausbau des ländlichen Wegs von Altenklitsche bis zu den Hügelgräbern bei Havemark liege der Zuwendungsbescheid bereits vor. Natürlich wäre auch der Ausbau anderer Wege wichtig, für diesen aber gebe es Fördermittel in Höhe von 75 Prozent, weil er Teil des Altmarkrundkurses sei, und ein Teil ist schon befestigt.

Geplant sei weiterhin die Umstellung eines Teils der Straßenbeleuchtung. Bis 2013 gab es dafür Fördermittel aus einem Bundesprogramm, welche die Stadt Jerichow noch bekommen konnte. "Damit werden wir 60 bis 70 Prozent Energiekosten sparen. Das ist eine tolle Sache und besser, als jede zweite Lampe abzuschalten", betonte Bothe.

Froh sei er des weiteren, dass dieses Jahr endlich der Ausbau der Liebknechtstraße in Redekin, einer Kreisstraße, erfolgen soll. Dazu habe es einen Kreistagsbeschluss gegeben.

"Wir brauchen uns nicht zu verstecken. Wir stehen keiner Gemeinde im Landkreis nach, obwohl ja damals etwas anderes gesagt wurde", erinnerte Bothe an das Ringen um eine Ausnahmegenehmigung für die Bildung der Einheitsgemeinde Stadt Jerichow.

Werner Pamperin erinnerte noch daran, dass Wahlen bevorstehen. "Bis 15. Februar müssen wir einen Wahlausschuss bilden." Jeder solle sich Gedanken machen, wer darin mitarbeiten könnte. Es dürften natürlich nur Bürger sein, die nicht für irgendein Amt kandidieren.

Immerhin seien es diesmal fünf verschiedene Wahlen, die gleichzeitig anstehen, ergänzte Bothe: Ortschaftsrat, Stadtrat, Kreistag, Landrat und Europawahl. "Ich wünsche mir, dass viele Bürger zur Wahl gehen!"

Den kulturellen Beitrag zum Neujahrsempfang lieferte diesmal der Frauenchor "Stremmelerchen" unter der Leitung von Anna Lipets mit einem sehr schönen Programm. Werner Pamperin bedankte sich im Namen der Anwesenden herzlich dafür.

 

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