80 Lebensjahre liegen zwischen den jüngsten Mitarbeitern der Schülerfirma Krea(k)tiv der Sekundarschule "Am Baumschulenweg" und den Senioren des Hauses "Georg Stilke", die regelmäßig in der Werkstatt töpfern. Ein Generationen-Projekt ohne Nachwuchsprobleme.

Genthin l Ein fester Termin im Monatsplan der Stilke-Senioren ist der Besuch der Töpferwerkstatt am ersten Mittwoch des Monats. "Die älteste Dame wird in dieser Woche 95 Jahre alt", verriet Leiterin Britta Möbes.

Krea(k)tiv ist ein "Klasse Unternehmen"

Neben den Stammgästen hatte sich am Mittwoch auch Diana Redner, Schülerfirmenberaterin der Gründerkids aus Magdeburg, angemeldet. "Ziemlich viel los hier", stellte sie fest. Eine wahnsinnige Entwicklung habe die Schülerfirma seit der Gründung 2005 hinter sich. Viele der jungen Mitarbeiter kennt Redner schon länger. "Ich sehe sie oft bei Workshops, die wir anbieten", erzählt sie.

Die Schülerfirmenberaterin hat das Qualitätssiegel "Klasse Unternehmen" dabei, das Krea(k)tiv mit fast voller Punktzahl als momentan beste Schülerfirma Sachsen-Anhalts auszeichnet. Schulleiterin Monika Reinhold gratuliert: "Es ist wirklich etwas Außergewöhnliches, dass es so an unserer Schule noch nicht gab. Ich bin stolz auf euch."

Um Nachwuchs sind die derzeit zehn Mitarbeiter ständig bemüht. So ist diesmal auch Neu-Praktikantin Angelina Hennig beim Töpfern am Nachmittag dabei, um heraus zu finden, ob die Mitarbeit bei Krea(k)tiv was für sie ist.

"Ich denke ich bin eher der handwerkliche Typ", sagt die 12-jährige, die nun knapp eine Woche mitläuft. Probezeit sind vier Wochen. Die hat die vielleicht zukünftige Kollegin Sunny Hinze schon lange hinter sich. Seit Juni 2013 gehört sie fest zum Team.

An einige selbsthergestellte Stücke erinnert sie sich gern: "Meine Mama und meine Oma haben von mir schon ein glasiertes Herz aus Ton bekommen." Ihre Aufgabe bei Krea(k)tiv sieht sie vor allem als kreative Mitarbeiterin.

Praktikantin Angelina tauscht sich gern mit Sunny aus, die sie auch zur Schülerfirma gebracht hat. "Es hat mir einfach Spaß gemacht mit Ton zu arbeiten", sagt die Sekundarschülerin. Dann habe man ihr ein vierwöchiges Probepraktikum angeboten.

Entscheidung nach vier Wochen Praktikum

Entschieden wird im ganzen Team, ob die 12-jährige ab Ende Mai auch einen eigenen Ordner im Regal der Töpferwerkstatt bekommt.

Dann wäre sie auch dabei, falls Krea(k)tiv im Oktober unter den drei besten Schülerfirmen in Deutschland landet. "Ein heißer Kandidat ist Krea(k)tiv auf jeden Fall", verrät Redner von den Gründerkids Magdeburg schon mal.

"Ganz aktuell haben wir 121 Stimmen gesammelt", kann Lehrerin Monika Beudt während der Siegelübergabe verkünden. Schaffen es die zehn Sekundarschüler, sich als eine der drei besten Schülerfirmen in Deutschland zu qualifizieren, steht die nächste Prüfung an, bei der es um eine weitere Auszeichnung geht.

Mitarbeiterin Sunny freut sich über die Auszeichnung. Für die 12-jährige zeigen aber andere Momente, dass die Schülerfirma nicht nur erfolgreich ist, sondern mit dem monatlichen Töpfern Jung und Alt zusammen bringt. "Das schönste ist für mich, wenn ich sehe, wie glücklich die Senioren sind, wenn sie uns besuchen."