Ihr 20-jähriges Bestehen feierte die Jugendfeuerwehr in Mützel am Wochenende. Ehemalige und aktuelle Mitglieder traten in einem Löschangriff gegeneinander an.

Mützel l Einen Nachmittag ganz im Zeichen des runden Jubiläums gab es am Sonnabend auf dem Dorfplatz. "Mützel wäre in der Freiwilligen Feuerwehr nicht dort, wo sie jetzt ist, wenn die Arbeit in der Jugendfeuerwehr damals nicht geleistet worden wäre", sagte Genthins Bürgermeister Thomas Barz in seinem kurzem Grußwort. Stadtwehrleiter Achim Schmechtig führte aus: "Gut zwei Drittel der heutigen Mitglieder der Feuerwehr Mützel stammen aus der Jugendfeuerwehr." Die Wehr könne unbesorgt in die Zukunft sehen. "Ihr habt eine gut ausgebildete und junge Feuerwehr."

Genau das hatten die damaligen Wehrleiter Klaus-Peter Oswald und Dietmar Schneider im Sinn, als sie 1994 die Jugendfeuerwehr ins Leben riefen. Ein Jugendwart war mit Bernd Dennstädt ebenfalls schnell gefunden. "Ich war zu diesem Zeitpunkt lange raus aus der Feuerwehr und musste mit Truppmann, Truppführer und Maschinistenausbildung anfangen", erinnert sich Dennstädt. Ein Jahr lang war er jedes Wochenende in Heyrothsberge und Bonn zur Weiterbildung.

"Weil die Jugendlichen die Wehr sofort angenommen haben, war es für mich eine große Motivation, die Jugendgruppe aufzubauen." Erfolgreich ging es voran. In all den Jahren ihres Bestehens hatte die Mützeler Jugendwehr nie weniger als zehn Mitglieder. Heute sind es sogar 16. Einer aus der ersten Generation war Dennstädts Nachfolger als Jugendwart Henryk Lampert, der seit 2005 das Zepter in der Hand hält. "Ich kann mich erinnern, dass alles sehr beengt war, wir waren im alten Gerätehaus, das neue gab es noch nicht", erzählt Lampert. Es habe auch gedauert, bis die Jugendwehr mit echter Feuerwehrmontur ausgestattet war. Mit einem Lachen erzählt Lampert: "Wir haben angefangen mit alten NVA-Uniformen mit Plastikbauhelm." Erst nach und nach sei die Ausstattung erneuert worden.

Ein Schwerpunkt der Arbeit sei neben der Feuerwehrausbildung auch immer das Miteinander gewesen. Ausflüge, gemeinsame Nachmittage und auch Wettkämpfe gehörten dazu. "Dadurch, dass die ganzen Kumpels in der Jugendfeuerwehr waren, ist man auch selber mal mitgegangen", sagt Andreas Wolle, ein anderes Mitglied der ersten Generation. "Wenn man in der Montur durchs Dorf laufen konnte, war man schon stolz."

Als erstes Mädchen stieß Corinna Paul 1994 dazu. "Wir Kinder waren hier im Dorf sowieso immer zusammen und deshalb war das klar, wir gehen auch zusammen in die Jugendfeuerwehr."

Gleich nach der Gründung war sie mit Feuereifer mit dabei und bewies: "Bei der Feuerwehr bewähren sich die Mädchen genau so wie die Jungs." Das bestätigen auch die aktuellen Mitglieder. "Wir machen alle die gleiche Ausbildung und haben auch vor, in die Erwachsenenwehr zu wechseln", erklärt Anne Glomb.

Gemeinsam mit fünf weiteren derzeitigen Jugendwehrmitgliedern trat sie in einer Gruppenstaffette gegen die ehemaligen Mitglieder an. "Das ist heute aber nicht ganz erst gemeint", fügte Mützels Ortswehrleiter Tobias Kister hinzu.

Es sei für die Zuschauer natürlich lustig, wenn sich die Teilnehmer bei Übungen schlagen müssten, die sie lange nicht mehr gemacht haben. Dabei galt es, einige gelernte Handgriffe wieder ins Gedächtnis zu rufen. Schlauch ausrollen, ankuppeln, Knoten befestigen und mit einer Handruckpumpe Wasser in den Schlauch fördern, so dass eine Flasche von einem Ziel geworfen werden konnte. "Das verlernt man nicht, schließlich haben wir das früher zweimal die Woche geübt", lacht Nicole Schneider. Auch wenn es bei ihr zehn Jahre her sei, dass sie die Handgriffe benötigt hätte.

Einer, der die Handgriffe sehr gut beherrschte, war Raik Dennstädt. "Ich war von der ersten Stunde an in der Jugendwehr und bin heute noch in der Freiwilligen Feuerwehr aktiv." Allerdings in der Nähe von München, wohin es Dennstädt aus beruflichen Gründen verschlagen hat. "Die Feuerwehr ist ein Lebensgefühl, das verlässt einen nie." Aus diesem Grund ist auch den weiten Weg nach Mützel gereist.

Neben der Gruppenstafette konnten sich die Gruppen auch in einem Löschangriff (nass) und der 100 Meter Kampfbahn beweisen. "Die ist heute nicht mehr Bestandteil der Ausbildung", erläutert Tobias Kister. Nur für den Jubiläumstag wurde dieser Parcours noch einmal aufgebaut.

   

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