Am 9. und 10 August erwarten die Jerichower Oldtimerfreunde bereits zum sechsten Mal viele Besucher beim Oldtimertreffen auf dem Gelände hinter der Klosterkirche. Erstmals tun sie das nun als eingetragener Verein. Dieser wurde zu Jahresbeginn gegründet. Ein erster Höhepunkt des jungen Vereins war die Tour nach Polen Mitte Juli.

Jerichow l Es war wohl unvermeidlich, dass es irgendwann zur Vereinsgründung kommen musste. Denn seit sich die Interessengemeinschaft im Herbst 2005 gegründet hatte, kamen immer mehr Mitglieder dazu, und es wurde immer mehr gemeinsam unternommen und organisiert. Allein die Oldtimertreffen, die seit 2009 in Jerichow stattfinden, haben von Jahr zu Jahr größere Resonanz gefunden. Für manches sei eine Körperschaft wie ein Verein einfach unerlässlich, betont Gerold Giese, der "Chef" geblieben ist, nur dass er sich anstatt "Präsident" nun "Vorsitzender" nennen darf.

Seit der Gründung am 1. Januar gehören 24 Mitglieder zum Verein, doch es gibt noch weitaus mehr Sympathisanten. "Wenn wir uns am Freitagabend hier treffen, kommen immer auch viele her, die nicht Mitglied sind", erzählen er und seine Vereinsfreunde.

Beim "Vereinefest" dabei

Die erste große Aktion als Verein war für die Oldtimerfreunde die Mitorganisation des ersten Jerichower Vereinefests am 31. Mai. "Wir gehörten zu den Initiatoren des Fests", berichten die Mitglieder und sind stolz darauf, dass dieses Fest ein so großer Erfolg war. Nicht nur den langen, bunten Festumzug hatten sie mit ihrer Technik bereichert.

Dass bei solchen und anderen Vorhaben immer ganz viele Mitglieder aktiv mitwirken, ist selbstverständlich. "Wenn irgend etwas ansteht und man ruft, dann sind alle, die irgendwie können, da", ist Gerold Giese begeistert von der Truppe und unterstreicht: "Das war schon immer so!"

Das nächste große Ereignis des neu gegründeten Vereins war die Fahrt nach Polen. Es war nicht die erste große Tour der Oldtimerfreunde und auch nicht die erste in das Nachbarland, aber sie war erneut sehr schön und blieb auch nicht ohne manche Überraschungen, die dem Ganzen die "besondere Würze" geben.

Tolle Tour nach Polen

Bei der Tour waren 17 Oldtimerfreunde dabei, und wie immer auch ein Begleitfahrzeug für das große Gepäck, Werkzeug und Ersatzteile und mit einem Hänger, auf den im Notfall auch mal ein Zweirad geladen werden kann, wenn es gar nicht mehr weiter will. Davon wurde auch wieder Gebrauch gemacht...

Damit nichts vergessen wird, hat Matthias Zielke Tagebuch geführt und einen Reisebericht verfasst, in dem auch solche fast unvermeidlichen Vorkommnisse ihren Platz fanden: "... es sind inzwischen 33°C... Ein Fahrzeug verträgt die heißen Landstraßen offensichtlich nicht. Wir suchen den Fehler, können ihn aber nicht finden. Also laden wir den Berliner Roller auf unser Begleitfahrzeug..."

Später konnte die Sache dann doch noch in Ordnung gebracht werden, und der "Berliner Roller" rollte mit eigener Kraft wieder in den "Jerichower Heimathafen" ein.

Die erste Übernachtung gab es noch auf deutschem Boden: bei Freunden in Sandkrug, nicht weit entfernt vom Kloster Chorin, das einige dann auch besichtigt haben.

Dann ging es weiter nach Kolberg an der polnischen Ostseeküste. In einem hübschen Haus, nicht weit vom Strand, hatten die Oldtimerfreunde hier Quartier bekommen. Von hier aus wurde allerhand unternommen: Es ging in die Stadt und ans Meer, es wurde gebadet, abends am Grill gemütlich beisammen gesessen, und vor allem wurde Motorrad gefahren, wobei die alten MZ immer für Aufsehen sorgten. Wie schon bei ihrer vorangegangenen Polen-Tour konnten die Oldtimerfreunde die Begeisterung der Einheimischen für diese alten Maschinen erleben, die auch hier seinerzeit sehr viel im Einsatz waren und zum Teil wohl auch noch sind. "Die Leute winkten, sprachen uns an, auf der Autobahn fuhren manche Autos langsam neben uns her, um uns zu begrüßen..."

Ein besonderes Erlebnis dieser Art gab es diesmal in Ustronie Morskie, einem kleinen Ort an der Ostseeküste. "Wir hielten vor dem örtlichen Kurhaus und fragten, ob wir dort parken dürfen", schreibt Matthias Zielke in seinem Bericht. "Der Leiter des Kurhauses kommt, begrüßt uns und möchte ein Foto mit uns machen." Ein kurzer Bericht mit Fotos ist dann auf der Internetseite der Gemeinde erschienen.

Auf der Heimfahrt entschieden sich die Oldtimerfreunde für eine Strecke über viele kleine Dörfer und sahen so noch einmal viel vom ursprünglichen Polen. In Sandkrug wurde dann erneut Halt gemacht, um anderntags ausgeruht das letzte Stück nach Jerichow in Angriff zu nehmen.

6. Oldtimertreffen

In eineinhalb Wochen, am 9. und 10. August, erwarten die Oldtimerfreunde dann wieder viele Gleichgesinnte und Neugierige beim Oldtimertreffen in Jerichow. Eine gemeinsame Ausfahrt ist für Sonnabend 14 Uhr geplant. Auch einen Teilemarkt werde es hier wieder geben, wo jeder Ersatzteile anbieten kann oder stöbern, um für seine Maschine etwas zu finden. Auch ganze Fahrzeuge können hier angeboten werden, betont Gerold Giese.

Wer mit einem Oldtimer anreist, erhält als kleines Dankeschön eine Wertmarke für ein Getränk. Verpflegung werde es reichlich geben. "Diesmal wollen wir nacheinander zwei Schweine grillen, weil eins immer viel zu schnell alle war..." Darüber hinaus werde es Bratwurst, einen Fischwagen, einen Getränkewagen, Kaffee und selbstgebackenen Kuchen geben.

Oldtimer-Fans können sich auch auf manches Neue unterm Dach des Jerichower Vereins freuen: Die Mitglieder könne einige interessante Technik mit sehr spezieller Geschichte bekommen. Doch dazu demnächst mehr.

   

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