Die Ausbildung in technischer Hilfeleistung stand am Freitagabend auf dem Programm bei der Freiwilligen Feuerwehr Güsen. Geübt wurde an einem für die Verschrottung bestimmten Pkw, wie dieser nach einem Unfall gesichert, geöffnet und eingeklemmte Personen befreit werden können.

Güsen l Auch etliche Güsener Kameraden haben schon den Ernstfall erlebt, dass Unfallopfer aus Fahrzeugen befreit werden mussten. Zuletzt war das bei dem Unfall im Frühjahr zwischen Bergzow und Parey der Fall. Wenn Sekunden zählen, muss jeder Handgriff sitzen. Dafür muss immer wieder geübt werden.

Ein Auto zum Üben haben die Güsener Kameraden von Christoph Held aus Parey zur Verfügung gestellt bekommen. Es war kein ganz altes, sondern ein bereits sehr robust gebautes, das den Versuchen, es zu "knacken", schon einigen Widerstand entgegensetzte. "Das Problem ist, dass die neuen Autos zwar immer sicherer werden, aber nach einem Unfall auch immer schwieriger zu öffnen sind", erklärt Ortswehrleiterin Caroline Gäde. Die Feuerwehr verfügt über einen neuen Spreizer und Schneider, mit dem es hier schließlich gelang, alle verschlossenen Türen zu öffnen und auch das Dach zu entfernen.

Die Arbeit mit diesem Gerät ist jedoch nicht einfach. "Es ist viel schwerer als das alte - für Frauen allein kaum zu bewältigen", sagt Caroline Gäde. Sie hat selbst auch mit Hand angelegt, obwohl sie diesmal eigentlich nur als Beobachter dabei war. Als Ausbilder war Steffen Fähnrich eingeteilt. Er hat vor kurzen einen Gruppenführerlehrgang erfolgreich absolviert und koordinierte nun diesen Ausbildungsabend.

"Das Auto wurde zunächst unterbaut", erklärt Caroline Gäde. "Das muss gemacht werden, damit es nicht wegrollen kann, aber auch, um Erschütterungen so gering wie möglich zu halten. Denn für Verletzte im Auto ist jede kleine Erschütterung wie ein Erdbeben!" Ganz vermeiden lasse sich das bei der Arbeit mit der Rettungstechnik freilich nicht. Umso wichtiger ist, dass es schnell geht.

Auch ein sogenannter Bereitstellungsraum wurde eingerichtet und zweifache Löschbereitschaft abgesichert - zum Einen mit einem Handfeuerlöscher und zum Anderen durch Schnellangriff mit dem Tanklöschfahrzeug.

Insgesamt waren zehn Kameraden bei dem Ausbildungsabend anwesend. Zuschauer gab es auch, die spontan kamen und sehen wollten, was die Feuerwehrleute tun. Als Zuschauer eingeladen hatte Caroline Gäde den neuen Ortsbürgermeister Dr. Helmut Preuß. "Ich freue mich, dass er gekommen ist", betonte sie und ist zuversichtlich, dass es eine gute Zusammenarbeit geben wird.

 

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