Endspurt bei den Vorbereitungen für das 6. Jerichower Oldtimertreffen: Am morgigen Sonnabend um 10 Uhr wird die Veranstaltung auf dem ehemaligen Domänenhof hinter der Jerichower Klosterkirche eröffnet. Die Gastgeber werden hier auch wieder einige "neue alte" Fahrzeuge präsentieren können.

Jerichow l In den fast neun Jahren des Bestehens der Gruppe, aus der zum Jahreswechsel nun ein eingetragener Verein geworden ist, sind nicht nur immer mehr Mitglieder dazugekommen, sondern auch jede Menge Technik. Das hat sich manchmal so ergeben: Leute, bei denen irgendwelche alten Fahrzeuge jahrzehntelang in Schuppen oder Garagen herumstanden, fragten: "Wollt ihr das haben?"

"Nein" zu sagen fällt besonders dann schwer, wenn es sich um etwas ganz Besonderes handelt. Auch, wenn nicht immer gleich die Zeit und die Möglichkeiten da sind, das alte Gefährt aufzuarbeiten und wieder zum Laufen zu bringen, so wird es doch erstmal sichergestellt.

Eine solche Rarität ist ein alter E-Karren mit Fuß-Wipplenkung, gebaut Anfang der 50er Jahre. "Der war bei Firma Richard Knopf in Genthin im Einsatz", berichtet Gerold Giese, Vorsitzender der Oldtimerfreunde. Den Strom für dieses Fahrzeug lieferte ein riesiger Akku, welcher aber schon lange völlig unbrauchbar ist. Trotzdem gibt es gute Chancen, den Karren wieder in Gang zu bringen, denn die Oldtimerfreunde hatten das seltene Glück, noch eine Originalbatterie zu ergattern, die noch nie verwendet worden war. Auch die zugehörige Ladestation haben sie bekommen.

Eine weitere Besonderheit ist eine alte "Wanderer" haben sie vor einiger Zeit bekommen. Das Besondere an diesem Moped ist, dass es das Deinstfahrzeug der einstigen Jerichower Hebamme war. "Über mehrere Ecken hatte Karl Eisbein das Fahrzeug erhalten und hat es nun dem Verein vermacht", berichten die Oldtimerfreunde.

Und noch so ein Fahrzeug mit besonderer Geschichte befindet sich nun in Vereinsbesitz: Eine MZ ES 250/1 mit Original-Nummernschild, welche einmal das Dienstfahrzeug des Genthiner VPKA-Chefs (Volkspolizei-Kreisamt zu DDR-Zeiten) war. Gefahren ist dieser damit allerdings nicht sehr viel, wie der niedrige Kilometerstand zeigt.

Diese und viele weitere Oldtimer werden am Sonnabend und Sonntag jeweils ab 10 Uhr auf dem Geländer hinter der Klosterkirche zu besichtigen sein. So manches interessante Fahrzeug werden auch Oldtimerfreunde aus anderen Regionen sicher noch mitbringen, wie das schon in den Vorjahren der Fall war.

Hier beim Treffen kann dann "gefachsimpelt" werden, beim Teilemarkt wird so mancher das lang Gesuchte finden können, und auch interessierte Laien werden bei so viel auf Hochglanz poliertem Lack und Metall auf ihre Kosten kommen.

Ein Hingucker wird es auch sein, wenn am Sonnabend um 14 Uhr die Jerichower Oldtimerfreunde und zahlreiche Gäste in langer Reihe zu einer gemeinsamen Ausfahrt starten - das Ziel ist noch geheim.

Wer sich Jerichow und Umgebung von oben anschauen möchte, hat am Sonnabend zwischen 10.30 Uhr und 18 Uhr dazu Gelegenheit bei einem Hubschrauberrundflug.

Für Verpflegung ist reichlich gesorgt mit selbstgebackenem Kuchen, Grillwurst und Schwein am Spieß, wovon es diesmal sogar zwei Stück gibt.