Dretzel l Am vergangenen Donnerstag wurde Hans-Fabian von Ostau 80 Jahre alt. Am Sonnabend kamen die Gratulanten aus ganz Deutschland in das Schloss nach Dretzel, um mit dem Jubilar und seiner Familie zu feiern. Unter ihnen auch Genthins Bürgermeister Thomas Barz und der stellvertretende Bürgermeister von Gladau, Volker Thiem. Begeistert zeigten sich die Gäste nicht nur vom festlich geschmückten Zelt, sondern auch von der herrlichen Parkanlage.

Die Familie von Ostau gehört zu den Adelshäusern, die nach der Zeitenwende in Ostdeutschland erfolgreich wieder Fuß gefasst haben und mit ihrem Engagement den Besitz wieder aufblühen ließen und sich in vielfältiger Weise im gesellschaftlichen Leben ihres Ortes engagieren. Die Verbindung nach Dretzel war trotz der Entfernung nach Schleswig-Holstein und Hamburg, wo die Familie nach 1945 Fuß gefasst hatte, nie abgebrochen. Sogar zu DDR-Zeiten war von Ostau öfter im Ort. Im November 1989 stand die Rückkehr der Familie auf den alten Besitz fest. Zum Dretzeler Herrensitz, der 400 Jahre Familiengeschichte erzählt, gehörten damals 700 Hektar Land. Grundbesitz und das 1810 vollendete Schloss wurden nach dem Zweiten Weltkrieg enteignet, die Familie floh nach Schleswig-Holstein. 1999 kaufte Hans-Fabian von Ostau das Herrenhaus sowie Wald und Ackerland zurück. Mit großem Aufwand wurde das Gebäude saniert. Heute beherbergt das Schloss eine Außenstelle des Genthiner Standesamtes.

In den Kriegsjahren konnten Sanierungsmaßnahmen nicht durchgeführt werden, weil dort Evakuierte und deutsches Militär und nach dem Ende des Krieges dann Flüchtlinge beherbergt wurden. Zu DDR-Zeiten wurde das Schloss unter anderem als Kindergarten, Schule, von der LPG und als Gaststätte genutzt.

Ostau ist der Name eines alten preußischen Adelsgeschlechts. Die Herren von Ostau gehören zum ostpreußischen Uradel. Zweige der Familie bestehen bis heute.