Mit einem schönen Team-Erlebnis begann für die Schüler der Klasse 8b der Sekundarschule "An der Elbe" Parey das neue Schuljahr: Sie paddelten bei herrlichem Sonnenschein im Drachenboot übers Wasser von "Kühnes Loch" bis zum Kanal. Das war "Schule" mal ganz anders.

Parey l Am Anfang fielen schon mal laute Worte, wenn der eine oder andere "aus der Reihe tanzte". Denn das geht nicht beim Drachenbootfahren. Da muss im Gleichklang gepaddelt werden, um vorwärts zu kommen, und noch feiner muss die Abstimmung sein, um sauber um Kurven zu kommen. Nach einer Weile des Übens funktioniert das immer besser, und wenn das Boot nach etwa einer Stunde wieder am Ufer anlegt, herrscht Harmonie.

Aileen Gruß, Schulsozialarbeiterin in der Sekundarschule Parey, kennt diesen Ablauf und schmunzelt. Sie ist früher schon Drachenboot gefahren und hat nun alles daran gesetzt, solch ein Boot für die Schule anzuschaffen. Dank der Förderung über das "Futurino-Projekt" von Henkel gelang das jetzt. "Wir hatten es 2011 schon einmal versucht, da hatte es nicht geklappt", erzählt Aileen Gruß. "Diesmal wurden die Mittel bewilligt."

Boot und Zubehör über Henkel-"Futurino" finanziert

Zu 100 Prozent gefördert worden sei dieses Projekt mit insgesamt gut 6 000 Euro. Das Boot habe 5 300 Euro gekostet, so dass auch noch Paddel, Schwimmwesten sowie ein wasserdichter Gepäcksack und eine Gepäcktonne davon bezahlt werden konnten.

Bereits Ende Juni sei alles zusammen in der Schule angeliefert worden. Christoph Held habe es dann mit einem Abschleppwagen zum Bootshaus des Pareyer Wassersportvereins gebracht. "Der Verein erlaubt uns, das Boot kostenfrei hier im Bootshaus unterzustellen", ist Aileen Gruß dankbar für die Unterstützung. Für den Verein sei das aber auch von Nutzen, weiß sie, denn mit den Bootstouren werde vielleicht bei einigen das Interesse am Wassersport geweckt. Und Nachwuchsprobleme gibt es seit langem auch bei den Wassersportlern. "Das ist eine gute Kooperation."

Getauft wurde das Boot "in Abwesenheit" - denn da lag es schon im Bootshaus - beim Schulfest vor den Sommerferien. "Wir haben die Schüler nach Namen suchen lassen, und die Lehrer sollten dann abstimmen." Die Favoriten waren "School on tour" und "Elbdrache" - nur eine Stimme Unterschied gab es. "Wir haben deshalb entschieden, beide Namen dranzuschreiben." Und das passt auch.

Während der Ferien war der "Elbdrache" schon etliche Male im Einsatz. Aileen Gruß, die beim Jugendwerk "Rolandmühle" - gefördert über den Europäischen Sozialfonds - angestellt ist (nur der Arbeitsplatz ist die Schule Parey), hat mit Gruppen der Rolandmühle Fahrten unternommen, weiterhin mit Hortgruppen aus Burg und Magdeburg, aus dem Corneliuswerk und anderen - alles kostenfrei für die jungen Leute.

Natur erleben und das Miteinander stärken

Für die Pareyer Schüler sind dies nun die ersten Fahrten mit dem neuen Boot, aber mit einen ausgeliehenen waren alle Klassen bereits im vergangenen Schuljahr unterwegs - außer natürlich die neuen Fünften.

Drachenbootfahren ist nicht einfach nur so ein Freizeitspaß, sondern es bringt vielseitigen Nutzen: "Man erlebt die Heimat, die Natur und Umwelt vom Wasser aus. Ich spreche mit den Kindern und Jugendlichen auch immer darüber, was sie unterwegs sehen", berichtet Aileen Gruß.

Ganz wichtig sei auch die Förderung der sozialen Kompetenz. Das Miteinander der Klassen und Gruppen werde gestärkt. "Beim Paddeln Gleichklang zu erzielen, ist nicht leicht. Aber es klappt." Was bleibt, ist ein tolles Team-Erlebnis - eben die Erfahrung, dass man Vieles erreichen kann, wenn man sich einig wird und gemeinsam anpackt.