Die Auswertung der Ortsbegehung war eines der Themen in der Sitzung des Pareyer Ortschaftsrats diese Woche, und auch in einem Bürgerantrag, zu dem der Rat Stellung beziehen sollte, ging es um ähnliche Probleme, wie die Räte sie schon aufgelistet hatten.

Parey l Ein Anwohner der Thälmannstraße hatte einen Antrag zur Sanierung des Gehwegs und zur Ergänzung der Straßenbeleuchtung an die Gemeinde gestellt. Die Räte kennen das Problem: Im breiten Abschnitt der Straße ist es nachts auf der Süd-Ost-Seite so dunkel, dass Passanten Gefahr laufen, gegen Eingangstreppen zu laufen oder über andere Hindernisse zu stolpern. Lampen stehen nur auf der anderen Seite, zudem ganz wenige, und sie werden auch noch von den großen Bäumen verdeckt.

Passieren müsse hier etwas, sind sich die Räte einig, zumal das auch der Schulweg für viele Kinder ist. Der Zustand des Gehwegs ist sehr unterschiedlich: Einige Stellen sind bereits erneuert, andere sehr kaputt und teilweise - im Abschnitt Richtung Gemeindeamt - fehlt eine Pflasterung auch ganz. Irgendwelche Angaben dazu, was die nötigen Baumaßnahmen kosten würden und wann und mit welchen Mitteln sie umgesetzt werden könnten, gebe es noch nicht seitens des Gemeindeamts, stellte Ortsbürgermeisterin Nicole Golz fest, und Ewald Janßen meinte dazu: "Hier kann es zunächst nur darum gehen, ob wir zustimmen, dass das notwendig ist!" Und das haben die Räte einhellig getan.

Sven Königsmark fügte nüchtern an: "Wenn vorgerechnet wird, was das kostet, relativiert sich das!" Aber auch, wenn erstmal kein Geld für eine größere Maßnahme da ist, müssten Stolperstellen sofort beseitigt werden, sagte Petra Liebich, ehemalige Ortsbürgermeisterin. Es sollte nochmal auf den Abschluss der Stadtkernsanierung gedrängt werden, damit das restliche Geld aus den Bürgerbeiträgen reinkommt. Viele hatten bereits auf der Basis einer freiwilligen Vereinbarung gezahlt - mit dem Geld wurde der neue Markt gebaut. Die Erhebung der Beiträge für alle anderen ist aber noch nicht erfolgt.

Beim Bericht von der Ortsbegehung waren zunächst die Bäume Thema, durch die Anwohner erheblich beeinträchtigt werden (Volksstimme berichtete). In beiden Fällen plädierten die Räte einstimmig dafür, dass die Bäume komplett entfernt werden, wie es die jeweiligen Anwohner möchten.

Ewald Janßen bietet zur Kostenersparnis Technik an

Vor dem Grundstück von Helmeckes am Ende der Bergstraße waren zwei Linden vor etwa 15 Jahren direkt auf die Grundstücksgrenze gepflanzt worden und heben nun den privat gepflasterten Fußweg an. Hier ist der Anlieger bereit, diese selbst zu beseitigen, wenn er die Genehmigung bekommt.

Vor dem Grundstück Berg 27 steht eine bereits sehr große Platane, die aber noch längst nicht ausgewachsen ist. "Sie dunkelt das Wohnhaus komplett ab. Ich halte es für sehr beeinträchtigend, wenn man den ganzen Tag Licht anlassen muss", sagte Nicole Golz. Ewald Janßen meinte dazu: "Wenn man einen so großen Baum soweit ausästet, wie es hier nötig wäre, verschandelt man ihn bloß. Er muss weg." Der Landwirt bietet an, dafür seine Technik zur Verfügung zu stellen, damit der Baum beim Fällen von den Häusern weggezogen werden kann. "Wir könnten das ohne Kosten für die Gemeinde machen."

Auch Sven Königsmark und Harald Birmuske sind dafür, diese Bäume zu entfernen, betonten aber, dass entsprechende Ersatzpflanzungen erfolgen müssen. "Es darf dann nicht heißen, dass ja schon so viel gepflanzt worden sei, da brauche man das jetzt nicht", erinnerte Königsmark an ähnliche Vorfälle. Der Ortschaftsrat ist dafür, dass der Wirtschaftsförderungs- und Umweltausschuss über geeignete Standorte für Ersatzpflanzungen beraten solle. "Entscheiden muss der Gemeinderat", betonte Nicole Golz, und Birmuske ergänzte: "Es sollten Flächen sein, wo die Bäume länger als 15 Jahre stehen können und nicht wieder auf so schmalen Streifen vor Grundstücken!"

Nicole Golz informierte den Rat noch über ein weiteres Baum-Problem: Vor den Fenstern und Balkons zweier Eingänge des "langen Blocks" im Lustgarten (Nummer 14 und 15) steht ein mittlerweile riesiger Baum, der von unten bis oben dicht belaubt ist und die Wohnen hier ebenfalls extrem abdunkelt. Hier gab es bereits Mieterbeschwerden an die PWG und auch an die Gemeinde, und auch hier müsse eine schnelle Lösung gefunden werden.

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