Genthin (mfe) l Mit dem Thema ländlicher Raum und Hilfe durch die EU beschäftigte sich Landesagrar- und Umweltminister Dr. Hermann Onko Aeikens (CDU) in einem Vortrag im Hotel Müller.

Der Landwirtschaftsminister war auf Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung in der Kanalstadt zu Gast und machte deutlich, dass die Europäische Union den ländlichen Gebieten viel stärker nutze, als es oft angenommen werde.

Innerhalb der Förderperiode bis 2020 stünden dem Land Mittel von fast fünf Milliarden Euro aus EU-Geldern zur Verfügung. "Davon fast 860 Millionen allein für den ländlichen Raum." Viel Geld sei das, aber der ländliche Raum stehe auch vor einer ganzen Reihe von Herausforderungen, zu denen der Minister den Klimawandel, die Energiewende, aber auch die demografische Entwicklung zählte. Drei große Bereiche sah er für immens wichtig an.

Dazu gehören seiner Ansicht nach, die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft, der Umwelt- und Hochwasserschutz und die wirtschaftliche Weiterentwicklung des ländlichen Raumes. "In allen drei Bereichen werden Fördergelder aufgewandt", erläuterte er. So seien rund 180 Millionen Euro allein für den Hochwasserschutz aufgewendet worden. Auch der Ausbau von Breitbandanschlüssen sei ein Teil der Maßnahmen. "Hier muss die Politik ein Marktversagen ausgleichen, wenn bestimmte Gebiete technologisch nicht abgehängt werden sollen."

Für ihn stand fest, dass auch ein Engagement der Menschen vor Ort unterstützt werden muss. "Mit dem Leader-Programm ist hier schon sehr erfolgreich gearbeitet worden." In der Landwirtschaft setzt Aeikens ebenfalls auf lokale Unternehmer, die vor Ort agieren. "Das Geld muss in den regionalen Kreisläufen bleiben, damit wollen wir einen Ausverkauf der Landwirtschaft vorbeugen." Im Hinblick auf die Skandale in Tierzuchtbetrieben machte er deutlich: "Jeder Betrieb muss gesetzeskonform mit Tieren umgehen." Wo dies nicht der Fall sei, müsse der Rechtsrahmen voll ausgeschöpft werden, um Missständen Einhalt zu gebieten.

Im Hinblick auf die erneuerbaren Energien, forderte der Minister die Biogastechnologie bedächtiger zu nutzen. Dem Vortrag schloss sich eine Diskussionsrunde an, bei der die Anwesenden auch über spezielle lokale Fördermöglichkeiten mit dem Minister sprachen.