Roßdorf (mfe) l Heute Abend treten die Gebrüder Blattschuss im Lehnshof Roßdorf auf. Was die Besucher beim Konzert (ab 19 Uhr beginnt das Oktoberfest) erwartet, verrät Blattschuss-Gründungsmitglied Beppo Pohlmann im Gespräch mit Volksstimme-Redakteur Mike Fleske.

Volksstimme: Was erwartet die Besucher heute Abend im Lehnshof?

Beppo Pohlmann: Wir werden ein Programm in erster Linie mit Musik präsentieren. Vielleicht auch mit ein paar Comedy-Elementen. Das kommt ganz auf die Stimmung des Publikums an. Uns ist wichtig, dass wir für gute Laune sorgen, es ist ja ein Oktoberfest.

Dann werden sicherlich auch die bekannten Hits "Kreuzberger Nächte" und "Frühstück" zu hören sein?

Wenn wir irgendwo auftreten, ist es so, dass die Menschen diese Lieder einfach hören wollen und deshalb werden wir sie spielen. Aber es gibt natürlich auch neuere Stücke und ein paar Überraschungen.

Singen Sie die "Kreuzberger Nächte" noch gern, oder ist das ein Lied, das Sie selbst nicht mehr hören wollen?

Es gab sicher mal Zeiten, als mir das Stück auf den Geist ging und ich es lieber nicht mehr spielen wollte. Aber mittlerweile hat es fast eine Art Volksliedcharakter entwickelt und das ist etwas, worauf man stolz sein kann. Ich habe mit den "Kreuzberger Nächten" meinen Frieden gemacht und es ist mit seinen kleinen pointierten Anspielungen ja auch ein lustiges Lied.

Das zu DDR-Zeiten sehr beliebt war...

Das stimmt. Eigentlich konnte man die Platte nicht kaufen, aber über Radiomitschnitte oder geschmuggelte Exemplare verbreitete sich die Aufnahme doch. In einer Textzeile kommt das Wort "System" vor. Das haben die Menschen auf ihr System bezogen. Also dass das System krank ist. Und das haben sie für sich vereinnahmt.

Sind Sie in der damaligen DDR aufgetreten?

Nein, wir kamen ja aus West-Berlin und das war der ungünstigste Fall. Da durfte man nicht in der DDR auftreten. Wenn man aus Österreich kam, war das viel einfacher. Nach dem Mauerfall haben wir die ganze ehemalige DDR rauf und runter bereist, hatten dort über hundert Auftritte im Jahr. Das ist heute ähnlich. Es ist aber schon ein besonderes Gefühl, wenn wir in Ostdeutschland auftreten und die Menschen die Kreuzberger Nächte von vorne bis hinten mitsingen können.