Das Jerichower Bürgerhaus ist auf keinen Fall zu groß gebaut worden. Das bewies erneut die Rentnerweihnachtsfeier am Donnerstag: 130 Senioren aus Jerichow, Klietznick, Mangelsdorf und Steinitz plus viele Helfer und Akteure füllten den Saal.

Jerichow l Ingrid Klemm, Vorsitzende der Jerichower Ortsgruppe der Volkssolidarität, strahlte. Die Teilnehmerzahl ist neuer Rekord. Das Rezept hat sich bewährt, dass die Ortsgruppe der Volkssolidarität mit Unterstützung der Stadt beziehungsweise Ortschaft Jerichow diese gemeinsame Feier organisiert. Es spricht sich mehr und mehr herum, dass es sich lohnt zu kommen, und so waren auch diesmal wieder ein paar neue Gesichter dabei.

Einige feste Programmpunkte gibt es auch schon seit Jahren. Dazu gehören die Auftritte der Jerichower Grundschulkinder, der Tanzgruppe "Step by Step" von Lok Jerichow und des Redekiner Amateurtheaters, das hier in leicht veränderter Fassung noch einmal das Weihnachtsmärchen präsentierte.

Zwischen Tanzauftritt und Märchen nahm Ortsbürgermeister Andreas Dertz das Mikrofon in die Hand. "Ich verlege heute meine Bürgersprechstunde hierher", scherzte er und fasste dann kurz zusammen, was sich in Jerichow in jüngster Zeit getan hat. Er begann mit den fertiggestellten Hochwasserschutzanlagen am Rande der Stadt, eine Errungenschaft, die die Anwesenden mit kräftigem Applaus würdigten.

Als nächstes nannte er den fertiggestellten "Topfmarkt", auf dem am morgigen Sonntag erstmals der Weihnachtsmarkt stattfindet. Und dann noch ein Scherz: "Manche machen jetzt abends in ihrer Wohnstube die Beleuchtung aus, weil es von außen her so hell hereinscheint ..." Der Grund dafür ist allerdings kein Scherz: In einigen Straßenzügen erfolgte die Umstellung auf die sparsamere und hellere LED-Beleuchtung. Auch den fertigen Deich bei Klietznick erwähnte Andreas Dertz sowie eine vor Kurzem begonnene Baumaßnahme - den Gehweg zum Sportplatz. Und er kündigte an, dass der Radweg Richtung Genthin im nächsten Jahr zumindest bis Redekin gebaut werden wird. Auch dafür gab es großen Applaus. Und schließlich wies der Ortsbürgermeister auch noch auf die beiden Regionalbeamten hin, die nun ihr Dienstzimmer im Rathaus haben.

Ein großes Dankeschön richtete Andreas Dertz an Ingrid Klemm als Chef-Organisatorin der Feier. Ohne jemanden an der Spitze und eine "Schlange hindendran, die mitzieht", funktioniere so etwas nicht, betonte er. Dass die Stadt keine große finanzielle Unterstützung mehr leisten könne, sprach er auch an: Den Ortschaften stehen nur noch 70 Cent pro Einwohner zur Verfügung, "und da wollen alle Vereine was abhaben ..." Ein bisschen ist auch für diese Veranstaltung abgesprungen, wenn auch nicht so viel wie sonst.

Ingrid Klemm ergänzte noch, dass sie die beiden Regionalbereichsbeamten zur Versammlung der Volkssolidarität Anfang nächsten Jahres eingeladen habe.

Und zur Finanzierung der Feier: Eine der Kindergruppen habe aus dem "Topf" eine kleine Anerkennung bekommen, den die Ortsgruppe der Volkssolidarität bei Kuchenbasaren zu verschiedenen Gelegenheiten immer wieder füllt. "Dieses Geld kommt nur Kindern zugute, das nehmen wir nicht für uns selbst", betonte sie.

 

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