Türen auf im Bismarck-Gymnasium. Am Sonnabend gewährten Lehrer und Schüler einen Blick hinter die Kulissen der traditionsreichen Bildungseinrichtung. Auch in diesem Jahr war das Interesse groß.

Genthin l Gebannt schauen die Schüler auf den Schokokuss, der sich unter der Glasglocke befindet. Langsam dehnt sich die weiße Füllung, und der Schokokuss wird größer. Faszination Vakuum. Wird die Luft wieder hineingepresst, zieht sich der Schokokuss wieder zusammen. Nur eines der Experimente, die am Sonnabend im Bismarck-Gymnasium die Blicke auf sich zogen. Im Physikraum hatten die Lehrerinnen Ilona Braun und Sabine Hartwich ständig interessierte Zuschauer.

"Wir finden es schön, wie heute ein wenig der Unterricht vorgeführt wird", meinte Familie Ewert, die mit den Töchtern Frida und Helene den Tag der offenen Tür besuchte. Spielerisch wurde auch in diesem Jahr ein Einblick in den Schulalltag gewährt. So auch im Chemieraum, wo Paul Fliß und Niklas Kulz aus der 8/2 einen in einer Kochsalzlösung getränkten Wollfaden mit einem Haartrockner zu Leibe rückten. "Hier kann man jetzt schon Salzkristalle erkennen", erläuterten sie Emil aus der 4. Klasse. Damit zeigten sie, wie sich Kristalle auf eine einfache Weise herstellen lassen.

Schulchor präsentiert Auszüge aus Repertoire

Auf großen Zuspruch stießen auch die Darbietungen des Schulchores. In der Aula des Hauses I gab das Ensemble in einer großen Besetzung eine Kostprobe seines Könnens und ließ sich mal richtig in die Karten gucken. So bekamen die Zuschauer Einblick in die Probenarbeit, die oft mit Lockerungs- und Entspannungsübungen beginnt. Dazu gehört auch ein herzhaftes Seufzen. "Machen Sie das Zuhause mal nach, Sie glauben gar nicht, wie sehr das entspannt", riet Chorleiterin Anke Held den Zuhörern.

Mit mehrstimmigen Stücken, Gospels und Kanons warb der gut 80-köpfige Chor für das Mitmachen. "Mir hat das sehr gut gefallen", verriet Grundschülerin Lillyana Banse nach der Darbietung, und auch ihre Mutter Eileen war vom Rundgang durch ihre alte Schule begeistert. "Es hat sich viel verändert, einiges sieht ganz anders aus als zu meiner Zeit." Auch die Computerräume. Dort herrschte immer wieder Gedränge, da die Schüler die vor rund zwei Jahren eingeführte "Moodle"-Lernplattform vorstellten. "Mittlerweile haben alle Schüler einen Zugang und es geht schon gar nicht mehr ohne die Plattform", erläutert Jonas Hahm aus der 7/3.

In einer ganz neu überarbeiteten Oberfläche können auf der Plattform Übungsaufgaben in verschiedenen Fächern abgerufen und mit Mitschülern und Lehrern in Kontakt getreten werden. Im nächsten Raum präsentierte sich der Schüleraustausch. "Wir erwarten in den kommenden Monaten wieder neue Schüler, und für uns ist das immer eine Bereicherung."

Auch für diejenigen, die an einem solchen Jahresaustausch bereits teilgenommen haben. "Man lernt eine neue Sprache und eine andere Kultur kennen. Ich habe viele Eindrücke mitnehmen können", sagt Clara Werner. Die 17-Jährige war mit dem Schüleraustausch bereits in Venezuela und Mexiko.

Jahrbuch 2013/14 mit Schulleiter-Porträt

Auf eine kleine Zeitreise konnten die Besucher am Stand von Robin Finzelberg gehen. Der Neuntklässler zeichnet als Layouter für das Gymnasiums-Jahrbuch 2013/14 verantwortlich. Das Buch ist von nun an zu kaufen. "Wir werden es bei Veranstaltungen präsentieren, und auch über die Schulsekretariate ist es zu erwerben. Neben den schulischen Veranstaltungen sind zehn Seiten dem ehemaligen Schulleiter Gotthard Wienmeister und seinem Nachfolger Volker Schütte gewidmet.

Der Schulleiter musste während der Informationsrunde im Haus einigen Andrang koordinieren. So groß war am Sonnabend das Interesse am diesjährigen Tag der offenen Tür. Der Schulleiter rührte dabei kräftig die Werbetrommel für die Einrichtung, in der derzeit mehr als 550 Schüler unterrichtet werden. Er erläuterte die Stundenpläne, die Möglichkeiten für Schulabschlüsse und ging auf Baumaßnahmen ein, die demnächst bevorstehen.

Sobald die Fördermittel bewilligt seien, komme der Verbindungsbau zur Grundschule Stadtmitte, auch die Sanierung von Haus II sei eine Maßnahme, die ganz oben auf der Agenda stehe. Aktiv an der Verbesserung des Unterrichtes wirkt auch der Förderverein des Gymnasiums mit. Der mehr als 260 Mitglieder zählende Verein sei gerade in der Jahresplanung. "Wir haben viel vor", kündigte Schatzmeister Matthias Golz an.

Es stehen zum Ende des Schuljahres ereignisreiche Tage ins Haus. Schließlich wurde vor 200 Jahren Otto von Bismarck geboren. "Wir werden unseren Namenspatron mit Bismarcktagen in den letzten Wochen vor den Sommerferien würdigen." Dabei sollen Bismarcks Zeit als Deichhauptmann und auch sein Wirken als Reichskanzler eine Rolle spielen. "Natürlich werden wir auch den Zeitgeist des 19. Jahrhunderts mit Musik, Mode und Tanz aufgreifen", verrät Schulkoordinatorin Kerstin Mosig. Chor und Tanzgruppen machen dabei mit.

   

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