Auf wenige Einsätze, aber viele Aktivitäten und einen Höhepunkt, das 80-jährige Bestehen, konnten die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Kade diesmal bei ihrer Jahreshauptversammlung zurückblicken. Bericht erstattete erstmals Sven Koch, der im Sommer Roger Wenslau als Ortswehrleiter ablöste.

Kade l "Es war ein nahtloser Übergang", lobte Ralf Braunschweig, Stadtwehrleiter der Einheitsgemeinde Jerichow. Und er lobte auch die nicht nur zahlenmäßig starke, sondern auch gut ausgebildete Feuerwehr. 21 Aktive gehören derzeit zur Ortsfeuerwehr Kade, daneben gibt es eine starke Frauengruppe, eine aktive Jugendfeuerwehr und die Alters- und Ehrenabteilung.

Ausführlich berichtete Sven Koch über Ausbildungsschwerpunkte und Aktivitäten im vergangenen Jahr. Unter anderem erinnerte er daran, dass nach der vorliegenden Risikoanalyse der Einheitsgemeinde der Löschwasserbedarf in den Ortsteilen neu berechnet werden musste. "Das Löschwasser aus der Trinkwasserleitung reicht nicht aus." Gemeinsam mit Stadtwehrleiter und Ordnungsamt musste eine Lösung gefunden werden.

Löschwasser nun gesichert

In Zusammenarbeit mit dem Unterhaltungsverband Stremme/Fiener Bruch und den Gemeindearbeitern wurde der Teich ausgebaggert und entschlammt. "Um die Ergiebigkeit zu prüfen, wurde in der nächsten Ausbildung der Teich abgepumpt", berichtete Sven Koch. "Die Förderleistung betrug 70 000 Liter, wobei noch ein Rest Wasser drin blieb."

Im Juli begann der Bau einer Löschwasserentnahmestelle auf dem Agrarhof in Belicke. Übergeben werden konnte diese im Dezember. "Für uns als Feuerwehr ist es eine sehr wichtige, ergiebige, frostfreie Löschwasserentnahmestelle", betonte Sven Koch. "680 000 Liter stehen uns hier zur Verfügung.

In Kade erfolgte im Sommer eine Bohrung, die aber bei neun Meter Tiefe erfolglos abgebrochen werden musste. Die Tonschicht war zu dick, so dass hier kein Flachspiegelbrunnen angelegt werden konnte. Im Oktober gab es einen neuen Versuch in der Nähe vom Trafohaus: Hier war die Bohrung bei sieben Metern erfolgreich. "Der Brunnen liefert zur Zeit 600 Liter pro Minute. Wir denken, dass sich das noch erhöhen wird."

Während die Feuerwehr Kade 2013 insgesamt 20mal zum Einsatz gerufen wurde, gab es 2014 nur vier Einsätze: Der erste am 10. Juli - Unterstützung der Genthiner Wehr beim Waldbrand in Hüttermühe - der letzte am 26. Dezember: Technische Hilfeleistung für die Bahn. Kurz nach Mitternacht rückten 14 Kameraden aus, um einen umgestürzten Baum aus der Oberleitung zu entfernen. Dazu mussten die Gleise gesperrt und der Strom abgestellt werden. "Der Verursacher war flüchtig..." scherzte Koch. Es war ein Biber...

Wenn sich auch die Einsätze in Grenzen hielten, so kam doch eine enorme Zahl ehrenamtlich geleisteter Stunden bei Ausbildung und verschiedensten Aktivitäten im Dorf zusammen. 17 Kameraden, das seien 81 Prozent, haben die erforderliche 40 Ausbildungsstunden oder mehr erreicht, sagte Sven Koch. Die Spitzenreiter haben 111 und 98 Stunden. Insgesamt waren es 1 125 Mannstunden. Dazu kam noch die überörtliche Ausbildung. Bei den vier Einsätzen kamen 19,5 Stunden zusammen. Mehr zu den Aktivitäten im Dorf lesen Sie im Bericht zur Jahreshauptversammlung des Fördervereins der Feuerwehr Kade.

Erfolgreiche Jugendwehr

Über ein abwechslungsreiches Jahr konnte auch Jugendwart Jan Schuhknecht berichten. Höhepunkte waren eine Fahrt ins Marienbad Brandenburg, der 1. Platz beim Seifenkistenrennen in Schlagenthin, das große Zeltlager der Jugendfeuerwehren in Friesensau, der 1. Platz beim Jugendausscheid im Rahmen der 80-Jahrfeier der Feuerwehr Kade, der 1. Platz beim Herbstlauf in Mützel und zum Jahresabschluss das Pizzaessen im Gerätehaus. Mitglieder der Jugendfeuerwehr konnten auch bereits in die aktive Gruppe übernommen werden. "Wir sind auf dem richtigen Weg", konnte Jan Schuhknecht zufrieden feststellen.

Die Frauengruppe der Feuerwehr Kade beteiligt sich nicht an den Einsätzen, ist aber sehr rege bei der Unterstützung der aktiven Kameraden und hilft mit, das Dorfleben zu gestalten. Elf Mitglieder gehören derzeit dazu, berichtete Jördis Koch.

Wegen etlicher Wehwehchen nicht mehr ganz so schlagkräftig wie früher sei die Alters- und Ehrenabteilung, bedauert Vorsitzender Friedrich Wenslau. Einiges wurde aber doch unternommen, und es wurde unter anderem bei den Vorbereitungen zu 80-Jahrfeier mit angepackt. In die Hand genommen haben die Feuerwehrsenioren, den alten LO, das erste Fahrzeug der Wehr, für den Festumzug schmuck herzurichten.

"Schön, dass ich mich jedes Jahr wiederholen darf", sagte Ortsbürgermeister Heinz Beier und meinte das Lob der gutaufgestellte Wehr und seinen Dank an die Kameraden. Die gelungene Jubiläumsfeier, verbunden mit den Stadtmeisterschaften, hob er hervor.

Dem fügte Bürgermeister Harald Bothe noch seinen Dank für die tolle Zusammenarbeit aller Feuerwehren in der Einheitsgemeinde an, die nun schon im fünften Jahr ihres Bestehens ist.

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