Eine Feuerwehr mit überdurchschnittlich guter Ausbildung und Jugendarbeit: Das bescheinigen Stadtwehrleiter und Bürgermeister der Mützeler Ortswehr auf der Jahreshauptversammlung am Freitag im Preußenhaus.

Mützel l Feuerwehrmänner sind präzise Zeitgenossen. So ist es passend, dass Mützels Wehrleiter Tobias Kister seinen Bericht mit einigen Zahlen eröffnet: 13 Mitglieder zählt die Jugendfeuerwehr, genau so viele wie im vergangenen Jahr. 560 Kilometer fuhr das Löschfahrzeug, deutlich weniger als 2013. "Ein verhältnismäßig ruhiges Jahr liegt hinter uns", resümierte Kister. Zu 13 Einsätzen rückten die Mützeler aus, darunter Wohnungs-, Wald- und Laubenbrände.

Ein Höhepunkt anderer Art war die Absicherung der MDR-Sommertour. Eine große Verantwortung, immerhin tummelten sich etwa 6000 Menschen auf der Festwiese am Stadtkulturhaus. "Außerdem haben wir den Handdruckspritzen-Wettbewerb in Genthin gewonnen, das Osterfeuer abgesichert und den Maibaum aufgestellt", so Kister. Ein Höhepunkt waren auch die Feierlichkeiten zum 20-jährigen Bestehen der Jugendfeuerwehr.

"Feuerwehr ist kein Spaßverein"

Wehrleiter Tobias Kister

Die führte auch 2014 ihr Zeltlager durch. "Vielen Dank an die Begleiter Martin Hirschfeld und Henryk Lampert", sagte Kister. Und war damit noch längst nicht fertig, mit seinem Bericht über das vergangene Jahr. Das ging nämlich weiter mit Herbstlauf, Tag des Ehrenamtes und dem Aufstellen des Mützeler Weihnachtsbaumes.

Kisters Rede machte deutlich: Ein erfolgreiches Jahr liegt hinter den Mützeler Feuerwehrleuten. An diese Erfolge will man 2015 anschließen. "Am 28. März beginnt die Ausbildung an der Kettensäge", erinnerte der Ortswehrleiter. Bisher gibt es in den Reihen der Mützeler Feuerwehrleute wenige Kettensägenführer, das soll sich ändern. Im Mai steht die Gesundheitsüberprüfung an, ebenfalls dick im Terminkalender eingetragen sind Osterfeuer (4. April), Maibaumstellen (30. April), Sommerfest (22. August), Herbstlauf (26. September), Stellen des Weihnachtsbaumes (28. November). Kisters Ausflug in den Terminkalender machte deutlich, dass die Feuerwehr alles andere ist als ein Spaßverein.

Das stellte auch Genthins Bürgermeister Thomas Barz in den Mittelpunkt seiner Rede. "Genthin hat große finanzielle Probleme, doch die Feuerwehr ist der einzige Punkt im Haushalt, an dem nicht gemäkelt und gestrichen wurde."

Die Stadt könne sich darauf verlassen, dass hier nur Sachen beschafft werden, die sinnvoll sind "und Leben retten". Mit ihren 21 Mitgliedern, von denen 18 die Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger absolviert haben, seien die Mützeler eine wichtige Stütze für die Stadt.

Im nächsten Jahr wolle man die Zusammenarbeit mit Datteln intensivieren und junge Leute in die Ferien in Genthins Partnerstadt schicken. In den Genuss sollen hauptsächlich "Feuerwehr-, DLRG- und Sportleute" kommen, so Barz. "So wollen wir euch zeigen, wie sehr wir wertschätzen, was ihr leistet."

Der Bürgermeister machte auch auf Besonderheiten der Mützeler Wehr aufmerksam. "Im Moment habt ihr im Unterschied zu vielen anderen Feuerwehren keine Probleme." Als Gegenbeispiel nannte er die Theeßener Wehr. "Da ist das Bein dick."

"Feuerwehr ist kein Kinderspiel", sagte Thomas Barz und lobte besonders die gute Jugendarbeit der Mützeler.

Dass diese funktioniert, machte auch der Bericht von Jugendwart Henryk Lampert deutlich. "Wir haben eine starke Truppe." Als Beleg führte er zweite Plätze bei der Stafette in Kade und beim Herbstlauf in Mützel an. "Gewonnen haben wie immer die Kader, aber im nächsten Jahr können wir gewinnen." Auch Motivation ist eine wichtige Säule in der Jugendarbeit und so ging es für die Mitglieder zum Krafttanken in den Heidepark nach Soltau und in den Kletterpark nach Kleistow. Dies sei nicht nur Motivation, sondern auch Belohnung. "Die Beteiligung bei den Übungsstunden ist sehr gut, ihr seid eine dufte Truppe", schloss Lampert.

"Feuerwehr ist ein Spagat. Gut Schlauch"

Ortsbürgermeister Rüdiger Feuerherdt

Besonders schön für einen Jugendwart ist es, wenn ein Mitglied der Jugendwehr in die Einsatztruppe aufrückt. Die 17-jährige Anne Glomb steht kurz davor. Sie ist ein Paradebeispiel, wie die Jugendarbeit in Mützel funktioniert. Seit ihrem zehnten Lebensjahr ist sie dabei. Aufhören kommt nicht in Frage. "Ich freue mich auf die Grundausbildung und will dann in der Einsatzabteilung mithelfen."

Auch Mützels Ortsbürgermeister Rüdiger Feuerherdt war am Freitagabend ins Preußenhaus gekommen. "Familie, Beruf und Feuerwehr unter einen Hut zu bekommen, ist ein Spagat." Dies und die Tatsache, dass die Mützeler 2014 ihr 90-jähriges Bestehen feierten, veranlassten ihn zu einem "Gut Schlauch".

Der stellvertretende Stadtwehrleiter Georg Witt war ebenfalls voll des Lobes. Er hob die hohe Zahl an Atemschutzgeräteträgern in Mützel hervor. "Genau das brauchen wir bei Wohnungs- und Kellerbränden." Am Freitagabend ahnte noch niemand, wie schnell sich diese Worte bewahrheiten sollten. Am Sonntagmittag waren die Atemschutzgeräteträger nämlich bitter nötig... (Lesen Sie auf Seite 7.)

Bilder