"Zirkusluft" konnte an zwei Wochenenden in Hohenseeden geatmet werden, denn Zirkus war dieses Jahr das Motto des Hohenseedener Carnevalsvereins. Dass sich beim HoCV die Saison bis in den März erstreckt, ist nichts Neues. Neu war allerdings der große Saal, der zusätzliche Aufregung für die Akteure mit sich brachte.

Hohenseeden l Die Zirkussaison geht ja im Frühling eigentlich erst richtig los, deshalb dürfte es diesmal umso weniger ein Problem sein, dass in Hohenseeden am Rosenmontag nicht alles vorbei war... Im Gegenteil. Hier wurde erst richtig angefangen - mit einer neuen Etappe in der Geschichte des HoCV. Der größere Saal im Kulturhaus der Agrargenossenschaft war eine Herausforderung.

Mit einem großen Dankeschön an die Agrargenossenschaft, diesen Saal nutzen zu dürfen, eröffneten die Moderatoren Cindy Rümschüssel und Enrico Naue das Programm und ließen auch ein wenig durchblicken, wieviel Mühe sich alle gegeben haben, um nicht nur für eine prächtige Kulisse zu sorgen, sondern auch Tische, Stühle und "Manege" so anzuordnen, dass alles für Gäste und Akteure optimal ist. Dafür wurde im Vorfeld mehrmals umgeräumt und probiert...

Die Bühne wäre für die Auftritte, besonders für die Tänze, viel zu klein. Hier bezogen DJ "Kieni" und Günter Fricke als Kameramann Stellung. Für die "Zirkusnummern" wurde stilgemäß eigens eine Manege gebastelt, so dass, im Verein mit der übrigen prächtigen Dekoration, auch ganz schnell Zirkusstimmung aufkam - spätestens jedoch, als zum Auftakt Kathrin Einholz zusammen mit Ingke Kiesewetter "Zirkuszeit beim HoCV" sang - mit selbst gedichtetem Text zur Melodie von Helene Fischers "Atemlos".

"Seht mich an, wie ich hier steh` - ich bin jetzt 20 und schön wie ne Fee..." begann danach Tina Engel in der Bütt. Hereingekommen war sie mit Rollator.... Sie sang ein Loblied auf ihresgleichen, sparte aber auch nicht mit Spitzen und auch nicht mit Seitenhieben auf das männliche Geschlecht - deftig und frech, wie man es von ihr kennt und liebt.

Mit dem Tanznachwuchs klappt es beim HoCV

Als süße Zirkus-Mädel kostümiert tanzten die "Crazy Beats" zu "Wicked Wonderland". Die Nachwuchs-Tanzgruppe hat mit Charlot Sobottka und Jane Ladewig in dieser Saison wieder Verstärkung bekommen. Um den tänzerischen Nachwuchs beim HoCV braucht sich also weiterhin keiner zu sorgen - die traditionsreichen "Poppies" werden auf diese Weise immer wieder Neuzugänge haben, auch wenn mal jemand ausfällt - so wie in diesem Jahr. Sandra Pfefferkorn erwartet Ende April ihren eigenen Nachwuchs - und bei Mareen Rümschüssel ist es im August soweit...

Dafür haben die "Poppies" nun Verstärkung von den "Sun Girls" bekommen, die sich als eigene Gruppe aufgelöst haben. Mit Michaela Meier ist zudem ein ganz neues Mitglied dazugekommen. Beeindruckend schon war der erste Auftritt, ein "Charleston" und später kamen die Poppies nochmal als heiße "Zirkusdomteurinnen" in die Manege.

Kein Zirkusprogramm ohne "zersägte Jungfrau", jedoch Stefan Buhl als "schlechtester Zauberer der Welt" zeigte, wie man auch diesen uralten Trick noch kräftig versauen kann: Erst kam eine "Jungfrau" mit deutlich sichtbarem Babybauch (Sandra Pfefferkorn), und zuletzt wurden aus einer "Jungfrau" (Mareen Rümschüssel sah man noch nicht an, dass auch sie keine mehr war...) plötzlich zwei (oder besser zwei "obere Hälften", denn aus der Fußöffnung guckte plötzlich Saskia Schulz heraus).

Weiterhin folgten im Programm ein Clowns-Sketch, Nachbarschafts-Tratsch über die Macken von Frauen und Männern, ein Sketch am Frühstückstisch alias Herbert Köfer und Helga Hahnemann.

Eine "scharfe Nummer" war auch der Auftritt von Andreas Lenau und Stefan Buhl als "Modern Talking" mit dem von Andreas Lenau umgedichteten Song "Atlantis is calling".

"Viagra" und "ABV" bieten Stoff für die Bütt

Mit Isabell Melzner war eine begabte Büttenrednerin nach mehrjähriger Pause wieder zurück und bereicherte das Programm mit ihren Gedanken über die Auswirkungen von "Viagra". Und auch Andreas Lenau lieferte noch einen "Hit in der Bütt": Er kam in zünftiger Uniform und mit Riesen-Lauscherohren als "ABV" (Abschnittsbevollmächtigter) in den Saal, um über seine tägliche Arbeit zu berichten...

Und das Allerbeste und heiß Erwartete zum Schluss: der Männertanz. Dafür hatten die Herren diesmal wirklich tüchtig üben müssen, damit alles so perfekt saß: Zu einem Musikmix traten sie als "gute und böse Clowns" auf - mit Gesichern auch hinten, was dank der ausgefeilten Choreografie richtig echt wirkte. Auch eine kleine Akrobatik-Nummer gab`s dabei noch.

Fazit für den Auftakt zur neuen HoCV-Ära: Das Publikum sparte nicht mit Applaus und "Zugabe"-Rufen, ließ sich nach den Vorstellungen gern von den Akteuren zur traditionellen Polonaise von den Stühlen holen und feiert anschließend bis in die Nacht - es waren also zwei gelungene Veranstaltungen. Und auch die Mitglieder des HoCV sind sehr zufrieden, zog Vereins-Chefin Cindy Rümschüssel Bilanz.

   

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