Am Sonnabend wurde die Schau "Menschenbilder" mit Werken von Armin Müller-Stahl in der Kunsthalle Brennabor in Brandenburg eröffnet. Die Laudatio hielt Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD).

Brandenburg l Er ist einer der ganz wenigen deutschen Hollywoodstars. Wann immer der Name Armin Mueller-Stahl fällt, erntet man wissendes Kopfnicken über die Generationen und Landesgrenzen hinweg. Der 84-Jährige hat sich im Verlauf seiner Karriere einen großen Namen gemacht. Zuallererst als Schauspieler, aber auch als Schriftsteller, Musiker und im Alter auch als Maler. Mehr als 100 Werke Mueller-Stahls sind unter dem Titel "Menschenbilder" seit Sonnabend in der Kunsthalle Brennabor zu sehen. Gezeigt werden Zeichnungen, Grafiken und Mischtechniken.

Charakterköpfe hinter Pinselstrichen versteckt

Mueller-Stahl beobachtet und zeichnet Charakterköpfe. Darunter Willy Brandt, Theodor Fontane oder Joseph Beuys. Politik, Pop und Zeitgeschichte treffen aufeinander. Michael Jackson, Edith Piaf oder auch Armin Mueller-Stahl selbst in der Pose eines Stehgeigers, sind zu sehen.

Viele der Werke sind erst in den vergangenen Jahren entstanden. Die zumeist expressionistisch anmutenden Bilder werden verfremdet, oft hinter dunklen Strichen versteckt. Es sind Werke, die in erster Linie den Charakter der porträtierten Person hervorheben sollen. Manchmal erschließt sich die Intension auf den ersten Blick, manchmal braucht es länger, um die Bilder zu erfassen. "Nur schön malen will ich nicht", bestätigt der Künstler. Angesprochen auf den Umstand, dass viele seiner Werke sehr dunkel seien, macht er deutlich: "Auf einem dunklen Untergrund beginnen die Farben zu leuchten und zu wirken."

Es ist eine Kunst, die den Betrachter herausfordert. Vielleicht sogar so weit, in Widerspruch zu den Werken zu gehen. Möglich machte die Ausstellung Theaterchef Jörg Heyne. Gemeinsam mit dem Management des Künstlers hatte er ein Konzert und die Ausstellung in die Havelstadt geholt. Eine Herzensangelegenheit. "Armin Mueller-Stahl ist ein Ausnahme- ein Vielfachtalent", sagte er. Auch für den Laudator, Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), waren die Worte zur Eröffnung eine Ehrensache. Er hatte den Künstler bereits 2012 nach Brandenburg geholt, wo dieser ein Konzert für den Kulturverein und das Loriot-Denkmal im Brandenburger Theater gegeben hatte. Steinmeier beschrieb Mueller-Stahl als väterlichen Freund. Als er vor 15 Monaten wieder in das Auswärtige Amt eingezogen sei, waren nicht die ausländischen Staatsgäste die ersten Besucher. "Es war Armin Mueller-Stahl mit einem Bild von Willy Brandt", erinnerte sich Steinmeier. Das Bild hänge jetzt mit dem Brandtschen Zitat "Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein" versehen im Büro des Außenministers. Damit kam der Minister auf die aktuelle Politik zu sprechen und machte deutlich: "Wir wollen ein friedlicher Nachbar sein, im Innern im Umgang miteinander, aber auch in der Welt." Deutschland wolle sich für den Frieden unter den Staaten einsetzen. Das zeige sich nicht nur im Mittleren Osten, sondern auch in unserer Nähe. "Die Frage von Krieg und Frieden ist auf unseren Kontinent zurückgekehrt." Aber auch in Krisenzeiten dürften gute Nachbarn nicht aufhören, miteinander zu reden. Damit kam der Außenminister zurück zu Armin Mueller-Stahl. Dieser habe die Nachbarschaften oft in seinem Leben gewechselt, dabei habe ihn stets seine Kunst begleitet - über die Grenzen hinweg. "Jede neue Nachbarschaft prägt er, weil er sich einlässt auf die Umgebung, weil er ein scharfer und zugleich einfühlsamer Beobachter ist."

Mueller-Stahl sei ein Brückenbauer. "Seine Malerei ist geprägt von großer Offenheit und tiefer Zuneigung zu den Menschen." Der so Gelobte konterte augenzwinkernd: "Das war sehr berührend, ich werde mich bemühen, so zu werden, wie du mich beschrieben hast."

Gespräche mit den anwesenden Besuchern

Beide, Armin Mueller-Stahl und Frank-Walter Steinmeier nahmen sich nach der offiziellen Eröffnung, Zeit für die Besucher. Kurze Gespräche, Fotos, Autogramme. Es war eine gelöste Atmosphäre. Ganz im Sinne des Weltbürgers und Weltstars Armin Mueller-Stahl. Die Ausstellung "Menschenbilder" läuft bis zum 26. Juni in der Kunsthalle Brennabor in der Geschwister-Scholl-Straße 10 - 13 in Brandenburg. Geöffnet ist Mittwoch bis Sonntag von 13 bis 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.

   

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